PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBewerber für Parteivorsitz„AfD ist durch und durch neoliberal“ – Pantisano will Arbeiter wieder für Linke begeisternVeröffentlicht am 16.06.2026Lesedauer: 3 MinutenLuigi Pantisano bewirbt sich für den Parteivorsitz der LinkenQuelle: picture alliance/SZ Photo/Rolf ZöllnerMit einem schärferen Fokus auf Arbeitnehmer will Luigi Pantisano die Linke neu aufstellen. Der Kandidat für den Parteivorsitz warnt vor wachsender Wut in der Arbeiterschaft – und davor, dass davon vor allem die AfD profitiere.Der Bewerber für den Parteivorsitz der Linken, Luigi Pantisano, will die Sorgen und Nöte arbeitender Menschen stärker aufgreifen. „Es gibt eine immense Wut bei denjenigen, die den Laden am Laufen halten, also Arbeiterinnen und Arbeitern“, sagte Pantisano der Nachrichtenagentur AFP. Diese müssten sich von Kanzler Friedrich Merz (CDU) anhören, dass sie nur so täten, als seien sie krank, aber eigentlich arbeiten könnten, dass sie 13 statt acht Stunden täglich arbeiten und später in Rente gehen sollten.„Und das macht sie wütend“, betonte der Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit AFP vor dem Linken-Parteitag ab dem kommenden Freitag. Es führe zudem dazu, dass sich Arbeiter herabgewürdigt fühlen von der Politik und den Bezug zu den demokratischen Parteien verlieren. „Ihre Wut bringen sie zum Ausdruck, indem sie die AfD wählen, weil die es schafft, diese Wut aufzugreifen. Dabei hat die AfD keinen Plan, wie der Wohlstand gesichert werden kann.“Hier müsse die Linke ansetzen und den Menschen zuhören, forderte Pantisano. „Wir müssen an die Werkstore gehen und dort ins Gespräch kommen.“ Als weitere Maßnahme nannte der Linken-Politiker eine Hotline, die er Ende April einrichtete, bei der sich Beschäftigte mit ihren Anliegen melden können. „Wir müssen hinter den Arbeiterinnen und Arbeitern stehen, wenn Konzernbosse mit Tarifkürzungen und Werksschließungen drohen“, betonte er.Lesen Sie auchEine weitere Aufgabe für seine Partei sieht Pantisano darin, die Widersprüche der AfD aufzuzeigen. Diese rede davon, eine Arbeiterpartei sein zu wollen, vertrete aber im Bundestag genau gegenteilige Positionen. „Sie ist eine neoliberale Partei durch und durch. Das heißt: Sie ist gegen den Mindestlohn, gegen Mitbestimmung der Beschäftigten, gegen Arbeitssicherheit.“„Verändern und nicht regieren“Erwartungsvoll blickt der Linken-Politiker auf die Berliner Abgeordnetenhauswahl im September. Von einem Sieg der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und einer Koalition unter ihrer Führung könne „ein bundesweites Zeichen“ und echte Veränderung ausgehen. Mit Blick auf den Bund stellte Pantisano jedoch klar, dass eine Regierungsbeteiligung nicht Hauptziel sei: „Wir wollen verändern und nicht regieren.“Lesen Sie auchEralp könnte in Berlin in einem Bündnis mit der SPD und den Grünen regieren. Auf Bundesebene kritisiert Pantisano die beiden Parteien allerdings. Die SPD müsse sich fragen, „ob sie denn bereit ist, wieder in irgendeiner Weise sozialdemokratische Politik zu machen“.Lesen Sie auchDie Grünen müssten wieder Klimagerechtigkeit in den Vordergrund stellen, forderte der Linken-Politiker. „Ich kann mir wirklich vieles vorstellen, aber mit einer Cem-Özdemir-Grünen-Partei kann ich mir keinerlei Koalition vorstellen. Wo wären da die inhaltlichen Überschneidungen?“ Pantisano, aktuell Fraktionsvize der Linken-Bundestagsfraktion, will Nachfolger von Jan van Aken als Parteichef werden. Dieser kündigte im April an, aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Die Linke wählt bei ihrem Parteitag vom 19. bis 21. Juni in Potsdam eine neue Spitze. Pantisano und die amtierende Co-Parteichefin Ines Schwerdtner treten dort zusammen als Team an. AFP/krö