Die einst stolze Volkspartei SPD, die älteste in Deutschland, dümpelt derzeit bei rund elf Prozent herum. Damit hat sie den selbsternannten Status einer sozialdemokratischen Volkspartei verloren. Diesen hatte sie bereits 1959 im Godesberger Programm definiert, als sie sich selbstbewusst zur „Partei des Volkes“ erklärte: eine Partei für alle, denen Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität wichtig sind.

So wurde sie regierungstauglich. So stellte sie mit Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder drei hochgelobte Kanzler. Den vierten, Olaf Scholz, zählen wir hier besser nicht dazu.

Aufgrund eigener Fehler in Bedeutungslosigkeit gerutscht

Kompromisslos betonte der Tübinger Politikwissenschaftler Josef Schmid, dass nach ihrem schlechten Abschneiden in Baden-Württemberg im März 2026 die SPD „schon lange keine Volkspartei mehr“ sei. Wir können es auch drastischer formulieren: Die SPD könnte bald gar keine politisch bedeutende Rolle in Deutschland mehr spielen.

Sie könnte das schwere Schicksal ihrer Schwesterparteien in Frankreich, Griechenland, Italien und den Niederlanden erleiden, wo die sozialdemokratischen Parteien seit Jahren ohne Wirkungsmacht dahinsiechen. Der Zug in den Abgrund ist für die SPD längst losgefahren, und eher scheint es noch so, dass die beiden Lokführer fortwährend die Leistung der Antriebsmotoren erhöhen, anstatt endlich die Notbremse zu ziehen.