Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt diese Momente, in denen ein ganzes Land an sein Selbstverständnis erinnert wird. Für die Deutschen war das Auto stets mehr als ein Fortbewegungsmittel – es war Stolz, Statussymbol, Ingenieurskunst. Genau dieses Selbstbild ist ins Wanken geraten.
Da ist zunächst der Preis. Autofahren ist binnen weniger Jahre dramatisch teurer geworden – beim Sprit, bei Versicherungen, Ersatzteilen, ja selbst beim Führerschein. Vieles davon ist nicht dem Markt geschuldet, sondern politischen Entscheidungen.
Steuern, Abgaben und CO₂-Bepreisung machen das Fahren zum Luxusgut, während gerade auf dem Land das Auto schlicht alternativlos bleibt. Die Mobilitätswende, von der die Politik so gern spricht, droht zur Wende gegen die Mobilität der kleinen Leute mit niedrigem Einkommen zu werden.
Da ist zweitens die Industrie selbst. Nicht nur die großen Namen geraten unter Druck, auch Zulieferer kämpfen ums Überleben. Standortnachteile, hohe Energiekosten und schwache Wettbewerbsbedingungen sorgen dafür, dass Werke schrumpfen, Stellen wegfallen oder ganze Betriebe verschwinden. Gerade der Osten, der sich mühsam eine Position erarbeitet hat, spürt diesen Wind besonders kalt.








