Pakistan verkündet Übereinkunft der USA mit IranDer pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif hat bestätigt, dass die Vereinigten Staaten und Iran sich auf einen Text für ein Rahmenabkommen für ein „Friedensabkommen“ geeinigt hätten. Es gelte aber noch, die nächsten Schritte festzulegen, teilte Sharif am Freitagabend auf der Plattform X mit. Bei dem Text dürfte es sich um ein Rahmenabkommen handeln, das die Modalitäten für weitere Verhandlungen etwa über das iranische Atomprogramm festlegt. Es soll aber die freie Schifffahrt in der Straße von Hormuz sicherstellen. Irans Außenminister: Rahmenabkommen zum Greifen nahNach Trumps Posts hat der iranische Außenminister Abbas Araghchi verkündet, er sehe ein Rahmenabkommen zwischen seinem Land und den USA in greifbarer Nähe. „Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss“, schrieb Araghchi auf X. „Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten“, fügte er hinzu. Einzelheiten würden der Öffentlichkeit zu gegebener Zeit mitgeteilt.Araghchi bezog sich auf die Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Anfang April. Damals hatte eine Delegation aus Washington, angeführt von Vizepräsident J.D. Vance, mit dem iranischen Außenminister und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf über ein Kriegsende gesprochen. Das zweitägige Treffen endete unter pakistanischer Vermittlung jedoch ohne Durchbruch. Trump empört sich über iranische VerlautbarungenDer amerikanische Präsident Donald Trump bezichtigt iranische Agenturen, einen falschen Stand über eine angebliche Vereinbarung mit Teheran zu verbreiten. „Die Bedingungen, die der Iran an die Fake-News-Medien durchgesickert hat, haben nichts mit den Bedingungen zu tun, die schriftlich vereinbart wurden“, schrieb Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social. Iranische Nachrichtenagenturen dementierten am Donnerstag die Aussage Trumps, dass die USA mit Iran schon eine Vereinbarung getroffen haben. Hinweise auf baldige Rahmenvereinbarung verdichten sichEs verdichten sich Hinweise, dass die USA und Iran bald eine Rahmenvereinbarung unterzeichnen könnten. Die französische Regierung rechnet nach Informationen der F.A.Z. damit, dass eine entsprechende Zeremonie in Genf parallel zum Auftakt des G-7-Gipfels in Evian am Montag stattfinden könnte. Andere westliche Quellen erwarten, dass US-Vizepräsident J. D. Vance und Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sich bereits am Sonntag treffen könnten. Die Vereinbarung sieht unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus vor.Auch Pakistan spricht von Fortschritten in VerhandlungenNach ersten Signalen über Fortschritte in den wochenlangen Verhandlungen über ein Ende des Krieges spricht nun auch der Vermittlerstaat Pakistan von Erfolgen. Außenminister Ishaq Dar und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerten nach einem Telefonat am Freitag ihre Hoffnung auf eine „anhaltenden Verständigung und friedliche Lösung“ zwischen den Kriegsparteien, wie Dars Ministerium auf der Plattform X schrieb. Dialog und Diplomatie sei der einzige Weg für langfristigen Frieden, hieß es weiter. Über Islamabad waren in den vergangenen Wochen immer wieder Nachrichten zwischen den Kriegsparteien ausgetauscht worden. Im April hatten sie sich auch in der pakistanischen Hauptstadt getroffen. Am Donnerstag hatte der amerikanische Präsident Donald Trump angekündigte Angriffe auf den Iran abgesagt und von einem nahenden Abkommen gesprochen. Der Iran äußerte sich noch verhalten, sprach jedoch davon, dass ein Verhandlungstext überwiegend finalisiert sei.Vanessa AngermannIrans Außenministerium: Noch keine Entscheidung über Abkommen mit den USAIran hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über ein Abkommen mit den USA getroffen. „Bislang ist Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt“, sagte am Freitagmorgen der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei, gegenüber iranischen Medien. Er widersprach damit Angaben von US-Präsident Donald Trump. Philipp von ReinersdorffIsrael: Trump hat Berücksichtigung von Israels Sicherheitsinteressen zugesagtAngesichts einer möglichen Einigung der USA mit Iran auf ein Rahmenabkommen hat die israelische Regierung nach eigenen Angaben von Washington die Zusicherung bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen bei einem späteren Deal berücksichtigt werden. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am späten Abend mit, US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des von Iran angereicherten Urans sowie den Abbau iranischer Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde.Trump habe Netanjahu auch zugesichert, dass eine Vereinbarung auch Irans Herstellung von Raketen einschränken sowie Teherans Unterstützung seiner Stellvertreter in der Region beenden werde. Gemeint sind damit unter anderem die palästinensische Terrororganisation Hamas sowie die libanesische Hizbullah-Miliz.Philipp von ReinersdorffTrump: Abschluss mit Iran vielleicht am Wochenende in EuropaUS-Präsident Donald Trump hat eine baldige Einigung mit Iran angekündigt – wie schon mehrere Male zuvor in den vergangenen Wochen. Ein Abschluss sei in den kommenden Tagen möglich, erklärt Trump. Vielleicht geschehe dies über das Wochenende und wahrscheinlich in Europa. Er werde mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sprechen. Vizepräsident JD Vance werde bei der Unterzeichnung zugegen sein. Die Straße von Hormus werde geöffnet werden, sobald die USA unterschrieben hätten.Trump feiert am Sonntag (14. Juni) in Washington seinen 80. Geburtstag. Danach will er zum G-7-Gipfel nach Frankreich fliegen. Im französischen Kurort Évian am Genfer See kommt die Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte, zu der die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die Europäische Union gehören, vom 15. bis zum 17. Juni zusammen.Sebastian GubernatorGhalibaf warnt USA vor „endlosem Sumpf“Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf hat die USA vor „impulsiven“ Entscheidungen und einem „endlosen Sumpf“ gewarnt. „Unangemessene Strategien und impulsive Entscheidungen werden die gesamte Lage zum Schlechten wenden, die Energieinfrastruktur zerstören, die Märkte zum Einsturz bringen und euch in einen endlosen Sumpf stürzen, aus dem ihr jahrelang nicht herauskommen werdet“, erklärte Ghalibaf auf X. Zugleich drohte er: „Ihr werdet einen anderen Iran kennenlernen.“Kallas fordert diplomatische LösungDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert angesichts der jüngsten Eskalation im Konflikt mit Iran eine diplomatische Lösung. Sie habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi gesprochen, teilte Kallas auf der Plattform X mit. Die wiederaufgenommenen Angriffe auf die Golfstaaten und ihre kritische Infrastruktur seien inakzeptabel. Der diplomatische Weg bleibe der beste Ausweg aus diesem Krieg.Es empört viele Inder, dass binnen weniger Tage mehrfach Tanker mit indischen Seeleuten von amerikanischen Raketen getroffen wurden. Unser Korrespondent Till Fähnders berichtet:Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg gedroht. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werde man die Insel und andere Öl-Infrastrukturpunkte übernehmen und die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social und kündigte zugleich schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht an.Damit erhöht Washington den Druck auf Iran in den stockenden Gesprächen über ein mögliches Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Das Abkommen würde zunächst vertiefte Verhandlungen bedeuten. Obwohl eine Waffenruhe gilt, kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Angriffen.Auf der Insel Kharg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung. Ölpreis bleibt stabil trotz EskalationDer Ölmarkt hat bislang gelassen auf die Eskalation im Nahen Osten reagiert. Seit Ende Mai kostet Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee stabil weniger als 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Gegenseitige Angriffe der USA und des Iran sowie Meldungen über eine Sperrung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sorgten am Ölmarkt nicht für größere Preissprünge.Zum Start des Krieges Ende Februar hatte die faktische Sperrung der Straße von Hormus den Preis für Rohöl der Sorte Brent sprunghaft von etwa 75 Dollar bis auf etwa 120 Dollar je Barrel im März nach oben getrieben. Im Vergleich zur Anfangsphase des Iran-Kriegs zeigen sich auf dem globalen Ölmarkt nun aber wichtige Veränderungen. Rohstoffexperten erkennen eine Reihe von Faktoren, die den Anstieg der Ölpreise bremsen. China und Russland fordern Iran und USA zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufChina hat nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran einen sofortigen Stopp der Kämpfe gefordert. China rufe die betroffenen Seiten auf, die militärischen Einsätze „unverzüglich einzustellen“, sagte Pekings Außenministeriumssprecher Lin Jian am Donnerstag vor Journalisten. Die Kriegsparteien sollten „zum Dialog und zu Verhandlungen zurückkehren, auf die Vermittlungsbemühungen der beteiligten Länder eingehen und so bald wie möglich einen umfassenden und dauerhaften Waffenstillstand erreichen“.Ähnlich äußerte sich Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. „Wir rufen alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf“, sagte Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er warnte vor „weiteren negativen Folgen“ dieser „Eskalation der Spannungen“ für die Lage in der Region und für die Weltwirtschaft. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: Pakistan „bestätigt“ Einigung zwischen USA und Iran | FAZ
„Legen noch nächste Schritte fest“ +++ Trump empört sich über iranische Darstellung der Verhandlungen +++ US-Präsident sagt angekündigte Angriffe ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog










