Der britische Premierminister Keir Starmer ​hat nach dem überraschenden Rücktritt von Verteidigungsminister John Healey angekündigt, sein Amt behalten zu wollen. Er werde nicht zurücktreten, sagte ​er in einem ⁠Interview mit dem Sender BBC. Wer auch immer ihn ersetzen wolle, ​müsse sich mit denselben finanziellen Zwängen auseinandersetzen wie er selbst, sagte Starmer weiter. Spekulationen um einen Autoritätsverlust wies er zurück.

Starmer kündigte an, sich jedem Machtkampf zu stellen. »Das ist keine persönliche Eitelkeit, es ist keine Sturheit, sondern ein ​tiefes Pflichtgefühl«, sagte er. Er sei gewählt worden, um dem Land selbst unter schwierigen Umständen zu dienen. Wer auch immer Premierminister sei, werde vor ‌demselben Gegenwind stehen wie er.

Healey wirft Starmer Defizite bei Verteidigungsfinanzierung vor Zuvor war Healey angesichts des ⁠Streits über den ​Verteidigungshaushalt zurückgetreten. Er warf Starmer vor, nicht die notwendigen Mittel für die Sicherheit des Landes bereitzustellen. Starmer wies die Vorwürfe indes zurück. Verteidigung und Sicherheit hätten für ihn oberste Priorität. Er kündigte an, dass dies zudem bei künftigen Haushaltsentscheidungen so bleiben werde.

Starmer steht bereits seit längerem ​in der Kritik. Nach der deutlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen Anfang Mai war Starmer auch aus den eigenen Reihen starl kritisiert worden, teilweise kam es zu Rücktrittsforderungen. Gesundheitsminister Wes Streeting war wegen fehlendem Vertrauen in den Premierminister ‌zurückgetreten. Er kündigte an, bei einer möglichen Abstimmung über die ​Parteiführung gegen Starmer antreten zu wollen.