PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Rassistische Ausfälle“Aufregung um Planspiel von Jugendlichen im Bundestag – AfD spricht von „Mobbing“Stand: 14:23 UhrLesedauer: 2 MinutenBlick in den Plenarsaal im BundestagQuelle: Elisa Schu/dpaDer Bundestag untersucht Vorfälle bei einem dort organisierten Parlamentarier-Planspiel unter Jugendlichen. Ein Teilnehmer soll die sogenannte White-Power-Geste gezeigt haben. Doch auch die AfD erhebt Vorwürfe.Die mutmaßlich rechtsextremen Vorfällen bei dem Planspiel „Jugend im Parlament“ haben ein internes Nachspiel im Bundestag. Eine Kommission des Ältestenrats solle die Vorfälle untersuchen und „entsprechende Schlussfolgerungen ableiten“, verlautete es am Freitag aus der Bundestagsverwaltung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Dies sei auf einer Sitzung des Ältestenrats am Donnerstag beschlossen worden.Nach Angaben der Bundestagsverwaltung war ein Jugendlicher von dem Spiel ausgeschlossen worden, weil er die sogenannte White-Power-Geste gezeigt hatte, die eine angebliche weiße Vormachtstellung symbolisiert. An dem Planspiel nahmen rund 250 Jugendliche teil, die zuvor von Bundestagsabgeordneten nominiert worden waren. Die Teilnehmer spielten dabei keine realen, sondern fiktive Parteien und Fraktionen nach und diskutierten Maßnahmen und Gesetze.Lesen Sie auchEine Untersuchung der Vorfälle hatten zuvor unter anderem SPD und Grüne gefordert. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sowie die Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic berichteten von ihnen bekannt gewordenen „massivsten Vorfällen“ und „rassistischen Ausfällen“ seitens Nominierter der AfD. Mihalic schlug zudem vor, die Auswahl der Teilnehmenden des Planspiels künftig besser zu organisieren – etwa durch eine zentrale Bewerbungsmöglichkeit.Die AfD-Fraktion richtete am Freitag ihrerseits schwere Vorwürfe gegen die Bundestagsverwaltung. In einer Erklärung hieß es: „Mehrere der jugendlichen Teilnehmer, die von der AfD-Fraktion für das Planspiel nominiert worden waren, berichten von üblen Beschimpfungen und Beleidigungen, systematischer Ausgrenzung sowie Mobbing, ohne dass die für das Planspiel verantwortliche Bundestagsverwaltung oder die Betreuer vor Ort eingegriffen hätten.“ Die AfD-Fraktion forderte von der Bundestagsverwaltung eine lückenlose Aufarbeitung der Vorfälle während des Planspiels.Der Ältestenrat des Bundestags besteht aus der Bundestagspräsidentin, ihren Vizes und weiteren Abgeordneten. Das Gremium unterstützt die Bundestagspräsidentin und sorgt für einen koordinierten und möglichst reibungslosen Arbeitsablauf im Bundestag. Im Ältestenrat werden außerdem Streitigkeiten besprochen und geschlichtet. Er tagt nicht öffentlich.AFP/lay