PfadnavigationHomePolitikDeutschlandPlanspiel „Jugend und Parlament“Jugendlicher zeigt bei Bundestags-Veranstaltung rechtsextreme GesteStand: 20:29 UhrLesedauer: 2 MinutenBlick in den Plenarsaal des Deutschen BundestagesQuelle: Michael Kappeler/dpaUnruhe im Bundestag: Ein junger Teilnehmer wurde von dem Planspiel „Jugend und Parlament“ ausgeschlossen, nachdem er das „White-Power“-Handzeichen gezeigt haben soll. AfD-Parteichefin Weidel reagiert mit Gegenvorwürfen.Das Bundestags-Planspiel „Jugend und Parlament“ ist von einem rechtsextremen Vorfall überschattet worden. Ein Teilnehmer habe das sogenannte White-Power-Handzeichen gezeigt, bestätigte ein Sprecher des Bundestages. Der Jugendliche sei daraufhin am Dienstagmorgen von dem Planspiel ausgeschlossen worden. Bei der Veranstaltung des Bundestages können Jugendliche parlamentarische Entscheidungsprozesse realitätsnah erleben. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über den Vorfall berichtet.Das „White-Power“-Handzeichen wird in rechtsextremen Kreisen genutzt, um eine vermeintliche Überlegenheit weißer Menschen auszudrücken. Die Fingerhaltung soll für die Buchstaben „W“ und „P“ stehen. Das Zeichen wurde in mehreren Fällen im Zusammenhang mit rechtsextremen Vorfällen erwähnt.Lesen Sie auchVon einer jungen Teilnehmerin auf den Vorfall angesprochen, soll AfD-Parteichefin Alice Weidel laut der Zeitung mit Gegenvorwürfen reagiert und von „Ungeheuerlichkeiten“ gesprochen haben, die ihr andere Jugendliche erzählt hätten. Weidel sagte demnach, ein Mädchen sei wegen Nazi-Vorwürfen mutmaßlich von „politischen Mitbewerbern“ verprügelt worden und kündigte an, dem „mit juristischen und mit parlamentarischen Mitteln“ auf den Grund zu gehen. Der Bundestagsverwaltung lagen zu diesem Sachverhalt laut einem Sprecher zunächst keine Erkenntnisse vor.Jugendliche übernahmen Rollen von fiktiven AbgeordnetenBei dem Planspiel haben laut Bundestag mehr als 250 junge Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet parlamentarische Verfahren nachgestellt und für vier Tage die Rollen von fiktiven Abgeordneten übernommen. Die in Fraktionen aufgeteilten jungen Erwachsenen haben demnach vom 6. bis 9. Juni vier fiktive Gesetzentwürfe beraten.Nach einem Schlusswort von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner tauschten sich die Jugendlichen in einer Podiumsdiskussion mit Abgeordneten aller Bundestagsfraktionen darüber aus, wie nah das Planspiel an der politischen und parlamentarischen Realität ist, heißt es auf der Homepage des Bundestages.Die Teilnehmer des Planspiels seien demnach zwischen 17 und 20 Jahre alt gewesen und wurden von Abgeordneten der fünf Bundestagsfraktionen nominiert. Dann nahmen sie an fingierten Fraktions- und Landesgruppensitzungen teil, wählten aus ihrer Mitte einen Fraktionsvorstand und berieten die Gesetzesvorhaben in Ausschusssitzungen und schließlich auch im Plenum. Die Plenarsitzungen wurden von den Mitgliedern des aktuellen Bundestagspräsidiums geleitet. Dabei sei es darum gegangen, die eigenen politischen Anliegen zu vertreten, mit Argumenten zu überzeugen und Mehrheiten dafür zu organisieren. dpa/saha