KI ersetzt Hochschulabschluss. So sehen es zumindest immer mehr Unternehmen, die darin eine Alternative zu formaler Qualifikation und Berufserfahrung sehen. Knapp 20 Prozent der KI einsetzenden Firmen halten es für leicht oder sehr leicht, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber KI-gestützte Mitarbeiter zu ersetzen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervor. „KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen“, sagte Ifo-Forscherin Anna Ruffert.Auch Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) glaubt daran, dass sich KI in der Wirtschaft schnell durchsetzen wird. Sie sieht darin aber vor allem eine große Chance für die Produktivität des Landes. „Bis 2030 gehen wir davon aus, dass in Deutschland kein Job mehr ohne KI-Bezug ⁠sein wird“, sagte die SPD-Co-Chefin am Freitag in Berlin beim Tag des Familienunternehmens. Deutschland habe dabei gute Voraussetzungen mit ‌seiner Forschung und Entwicklung ‌sowie einer starken industriellen Basis. Ziel müsse es jetzt sein, mehr KI in kleinere und mittelgroße Unternehmen ‌zu bringen. Die Arbeitnehmer müssten sich auf Veränderungen einstellen. Dafür ‌brauche es ‌Weiterbildungen, mindestens eine pro Jahr.Inwiefern dieser Trend qualifizierte Arbeitskräfte auch ersetzen könnte, das hat sich die Ifo-Studie für verschiedene Branchen angeschaut. Am stärksten ‌ausgeprägt ist dieser Trend im Handel. Dort gaben ‌28,6 Prozent der Unternehmen an, (Fach-)Hochschulabschlüsse leicht durch KI-gestützte Arbeitskräfte ersetzen zu können. Bei den Dienstleistern lag der Wert bei 19,7 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 14,6 Prozent. Etwas schwerer tun sich die Firmen demnach damit, Berufserfahrung zu kompensieren.Die Mehrheit der Unternehmen teilt diese Einschätzung jedoch nicht. Mehr als ‌die Hälfte (55,4 Prozent) der Betriebe, die KI nutzen, schätzt es als schwer oder gar nicht möglich ‌ein, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber KI-unterstützte ‌Mitarbeiter zu ersetzen.