BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen
Marcel Reif lädt zum Interview kurzerhand in seine Münchner Wohnung. Der Sportkommentator hat eine Hüftoperation hinter sich und war morgens vier Stunden bei der Reha. Auf seinem Handy läuft der Familienchat heiß, einer seiner Söhne sagt ihm das gemeinsame Schauen des WM-Eröffnungsspiels ab. Reif trägt es mit Fassung.
DIE ZEIT: Sie haben drei Söhne und zwei Enkelkinder. Wie viele Spiele der Fußball-WM werden Sie mit Ihrer Familie schauen?
Marcel Reif (seufzt): Wir werden Dinge gucken, die wir nicht hätten sehen sollen. Jetzt, bei noch klarem Verstand, sage ich: Komm, 48 Teilnehmer, über 100 Spiele, das ist alles völlig aufgeblasen, diese Gigantomanie. Ich steige erst ein, wenn das Turnier schon zwei Wochen läuft und die großen Fußballländer unter sich sind. Bis dahin gucke ich nur, wenn ich muss. Das wäre die reine Lehre. Die Wahrheit wird sein: Ich werde vor dem Fernseher sitzen, der Irak wird gegen irgendwen spielen, und ich werde mir das anschauen und mich fragen: Warum?






