Am Sonntag ist es so weit: Nach zehneinhalb Monaten Sperrung geht die kürzeste Schienenverbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder in Betrieb. Die Zahl der Fernzüge steigt von 38 auf 52 pro Tag. Doch die Fahrgäste werden zunächst länger unterwegs sein als vor der Sanierung. Anfangs sogar deutlich länger. Wer eine Reise plant, sollte deshalb das Kleingedruckte lesen und die tatsächliche Fahrzeit genau prüfen.

Seit dem 1. August 2025 ist die Hamburger Bahn gesperrt, nicht das erste Mal. Pendler müssen Bus fahren, der Fernverkehr wurde erneut ausgedünnt. Die verbliebenen ICE fahren einen Umweg über Stendal. Die übliche Fahrzeit laut Fahrplan: rund zwei Stunden, 40 Minuten. Klar, dass nach der langen Unterbrechung die Erwartungen hoch sind. Viele Fahrgäste hofften, dass sie nach der Sanierung wieder so schnell zwischen den größten Städten Deutschlands unterwegs sind wie davor. Zuletzt gab es Züge, die diese Distanz laut Fahrplan in einer Stunde und 45 Minuten schafften. Doch die Reisenden werden enttäuscht.

Bahnhof Berlin-Spandau: Züge nach Hamburg ohne Halt

Schon früh bemühte sich die Bahn, die Hoffnungen zu dämpfen. Nach der Wiederinbetriebnahme der rund 290 Kilometer langen Strecke müsse man etwas Zeit hinzurechnen, hieß es bereits. Von zwei Minuten pro Weg war die Rede. Bekannt wurde auch, dass die Bahn trotz neuer Verbindungen, zum Beispiel nach Kopenhagen, noch nicht wieder das volle Fernzug-Angebot zwischen Berlin und Hamburg fahren wird.Dann löste die Ankündigung, dass die ICE und Railjets in Spandau ohne Halt durchfahren, Ärger aus. Die Station am Ende der U7 und der S-Bahn ist für den Westen Berlins einer der wichtigsten Fernbahnhöfe.