9. IrakBevölkerung: 46 Mio.FIFA-Weltrangliste: 58.Spitzname: Die Löwen von MesopotamienMohanad Ali (M.) ist der torgefährlichste Spieler des Irak.ReutersDer Trainer: Graham Arnold. Australier und seit sechs Jahren Iraks Nationalcoach. Gilt als Disziplinfanatiker. Seit er da ist, kämen die Spieler wieder pünktlich zum Training, heißt es.Der Star: Mohanad Ali. Mittelstürmer und Torjäger. Mit 18 soll er einmal Angebote von europäischen Topklubs wie Borussia Dortmund vorliegen gehabt haben. Ging dann aber nach Qatar, später nach Portugal, Griechenland und schließlich nach Jordanien. Schoss in der vergangenen Saison in der asiatischen Champions League genauso viele Tore wie Cristiano Ronaldo. War allerdings nur eines.Das Team: Trotzte allen Widrigkeiten. Zum Beispiel dem Anreisechaos wegen des Kriegs im Nahen Osten vor dem entscheidenden Play-off-Spiel gegen Bolivien. Spielerisch limitiert, aber mit großem Einsatzwillen.Die Aussichten: Sehr bescheiden. Frankreich, Norwegen und Senegal scheinen mehr als eine Nummer zu groß.8. CuraçaoBevölkerung: 0,16 Mio.FIFA-Weltrangliste: 82.Spitzname: Die blauen Sterne, die blaue Familie oder die blaue Welle. Blau jedenfalls …Gesamtkaderwert: 26,03 Mio. €Hat die Haare schön: Tahith ChongAP Photo/Scott HeppellDer Trainer: Dick Advocaat ist Curaçaos Liebling. Trainer-Altmeister aus den Niederlanden, ehemals auch in der Bundesliga bei Mönchengladbach. Führte das Team sensationell zur WM, trat dann aus familiären Gründen zurück und wurde dann nach wenigen Wochen Nachfolger seines Nachfolgers Fred Rutten. Löst mit 78 Jahren Otto Rehagel als ältesten Trainer der WM-Geschichte ab.Der Star: Tahith Chong. Sticht heraus. Mit seinen Haaren, mit seiner Vita, mit seinem Geburtsort. Der einzige Spieler im Kader, der auf Curaçao geboren wurde, spielte schon für Manchester United in der Premier League und der Champions League und für Werder Bremen in der Bundesliga.Das Team: Man könnte auch sagen: Holland III, denn fast alle Spieler stammen aus den Niederlanden. Trotzdem der Stolz der kleinen Nation. Die „blaue Welle“ schwappt über die Insel.Die Aussichten: In einer Gruppe mit Deutschland, der Elfenbeinküste und Ecuador wäre schon ein Punktgewinn eine Sensation. Eigentlich sogar ein Torerfolg.7. JordanienBevölkerung: 11,5 Mio.FIFA-Weltrangliste: 63.Spitzname: Die TapferenGesamtkaderwert: 19,83 Mio. €Der Trainer: Jamal Sellami. Kickte als Spieler unter anderem mal bei Beşiktaş Istanbul. Eigentlich Marokkaner. Erhielt aber von König Abdullah II. nach geschaffter WM-Qualifikation zusätzlich die jordanische Staatsbürgerschaft.Der jordanische Messi? „Bloß nicht“, sagt Musa Al-Taamari (o.)AP Photo/Hassan AmmarDer Star: Musa Al-Taamari. Wendiger Außenstürmer von Stades Rennes. Ist damit der Einzige im Kader, der im europäischen Spitzenfußball tätig ist. In Jordanien ein Volksheld. Fans nennen ihn den „jordanischen Messi“. Er selbst mag das überhaupt nicht.Das Team: Typ Kämpfertruppe. Verteidigt stets mit viel Leidenschaft. Kann aber auch kontern. Erreichte bei der Asienmeisterschaft 2024 und beim Arab Cup 2025 jeweils das Finale.Die Aussichten: In einer Gruppe mit Österreich, Argentinien und Algerien kaum mit Chancen auf das Weiterkommen.6. HaitiBevölkerung: 11,7 Mio.FIFA-Weltrangliste: 83.Spitzname: Die GrenadiereGesamtkaderwert: 55,60 Mio. €Dauerbrenner und Globetrotter: Duckens NazonReutersDer Trainer: Sébastien Migné. Franzose. Wie die meisten seiner Spieler. Dazu Experte für Nationalmannschaften. War schon Ko-Trainer bei Kamerun, Togo, der Demokratischen Republik Kongo und im Oman, dazu Cheftrainer bei Äquatorialguinea, Kenia und der Republik Kongo.Der Star: Duckens Nazon. 32 Jahre alt. Geboren in Frankreich. Mittelstürmer. Globetrotter. Spielte schon für 15 Vereine in acht Ländern. Im Nationalteam mit bislang 44 Treffern in 78 Einsätzen in beiden Kategorien auf Rekordkurs.Das Team: Definiert sich über den Kampf (siehe Spitzname). Hat aber durchaus ein paar feine Kicker in seinen Reihen. Etwa die Premier-League-Profis Wilson Isidor und Jean-Ricner Bellegarde. Beide sind in Frankreich geboren.Die Aussichten: Bescheiden. Gegen Brasilien und Marokko dürfte man chancenlos sein, höchstens gegen Schottland ist etwas drin.5. PanamaBevölkerung: 4,5 Mio.FIFA-Weltrangliste: 33.Spitzname: Die Rote FlutGesamtkaderwert: 34,83 Mio. €Oh wie schön ist Panama: Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Thomas ChristiansendpaDer Trainer: Thomas Christiansen. War mal Bundesliga-Torschützenkönig. Und das als Spieler des VfL Bochum! Jetzt WM-Coach. Und das als Nationaltrainer von Panama!Der Star: Amir Murillo. Rechtsverteidiger, im Nationalteam manchmal auch offensiver. Spielte für Olympique Marseille sogar schon in der Champions League. Inzwischen bei Beşiktaş Istanbul.Das Team: Erfahrenes und homogenes Team. Könnte man sagen. Oder man sagt: Altherrentruppe ohne herausragende Einzelkönner. Beim Gold-Cup (Viertelfinale) und in der Nations League (Finale) zuletzt immerhin mit Achtungserfolgen.Die Aussichten: Gegen England und Kroatien wäre jedes Tor ein Erfolg, gegen Ghana scheint aber alles möglich – und damit sogar die K.-o.-Phase.4. Kap VerdeBevölkerung: 0,53 Mio.FIFA-Weltrangliste: 69.Spitzname: Die blauen HaieGesamtkaderwert: 56,15 Mio. €Rekordmann: Ryan Mendes kickt schon lange für das kapverdische NationalteamAFPDer Trainer: Hört auf den Supernamen „Bubista“. Heißt aber eigentlich Pedro Leitão Brito. Auf den Kap Verden geboren, hat aber auch schon in Portugal gearbeitet.Der Star: Ryan Mendes. Erfahrener Kapitän, erfahrener Torjäger, Rekordspieler und Rekordtorschütze der Kap Verden. Kickte schon in europäischen Topligen. Mit 36 Jahren aber zuletzt in der zweiten türkischen Liga tätig.Das Team: Bunte Mischung, gescoutet in der ganzen Welt. Teilweise wurden Spieler mit kapverdischen Wurzeln einfach über ihre Social-Media-Profile kontaktiert. Hat funktioniert.Die Aussichten: In der Qualifikation bärenstark, zuletzt zudem 3:0-Testspielsieger gegen Serbien. In einer Gruppe mit Spanien, Saudi-Arabien und Uruguay ist Platz drei nicht unerreichbar.3. UsbekistanBevölkerung: 37,0 Mio.FIFA-Weltrangliste: 50.Spitzname: Die weißen WölfeGesamtkaderwert: 70,33 Mio. €Der Trainer: Fabio Cannavaro. Als Spieler einst Weltmeister und Weltfußballer, als Trainer aber seit zehn Jahren eher mäßig erfolgreich. Ist so etwas wie das Geschenk, das der Staatspräsident dem Team gemacht hat zur erstmaligen WM-Qualifikation. Kam nämlich erst danach.So einen Fußballer hatte Usbekistan noch nie: Abdukodir KhusanovReutersDer Star: Abdukodir Khusanov. Und zwar mit Abstand. Verteidiger bei Manchester City, dort sogar Stammspieler. Sein Marktwert wird auf 50 Mio. Euro taxiert, die anderen 25 Spieler im WM-Kader kommen auf zusammen 20 Mio. Euro. Trotzdem ein Anführer ohne Starallüren. Einen so guten Fußballspieler hatte Usbekistan noch nie.Das Team: Der Geheimfavorit unter den Fußballzwergen. Nur eine Niederlage in der WM-Qualifikation. Wäre als einer der wenigen Debütanten wohl auch ohne die Erweiterung erstmals dabei gewesen.Die Aussichten: Die K.-o.-Phase ist möglich! Dafür muss sich das Team gegen Portugal und Kolumbien mindestens achtbar aus der Affäre ziehen und Mitzwerg Kongo hinter sich lassen.2. QatarBevölkerung: 3,0 Mio.FIFA-Weltrangliste: 55.Spitzname: Die WeinrotenGesamtkaderwert: 19,93 Mio. €Der Beste: Akram Afif ist Qatars Aushängeschild.ReutersDer Trainer: Julen Lopetegui. Spanier. Natürlich. Wie sein Vorgänger. Und dessen Vorgänger. Und dessen Vorvorgänger. War mit Sevilla Europa-League-Sieger und bis 2018 spanischer Nationalcoach. Wurde zwei Tage vor WM-Start entlassen, weil er parallel eine Anschlussbeschäftigung als Trainer von Real Madrid ausgehandelt hatte.Der Star: Akram Afif. Als er 18 war, kaufte sich Qatar einen belgischen Klub, um dort Spieler für die Heim-WM 2022 auszubilden. Afif war der talentierteste von ihnen. Seit 2020 aber zurück in Qatar. Fünfmal Qatars Fußballer des Jahres.Das Team: Als zweimaliger WM-Teilnehmer und Asienmeister 2024 längst nicht mehr der Kleinste unter den Kleinen. Liegt auch daran, dass, wo Qatar draufsteht, viel ausländische Fußballkompetenz drinsteckt. Nachzufragen etwa bei den Nationalspielern Lucas Mendes, Pedro Miguel oder Edmilson Junior.Die Aussichten: Nach dem etwas tristen Debüt bei der Heim-WM (0 Punkte, 1:7 Tore) soll in einer Gruppe mit Kanada, Bosnien und der Schweiz der erste Zähler her – vielleicht sogar mehr.1. DR KongoBevölkerung: 102,0 Mio.Spitzname: Die LeopardenFIFA-Weltrangliste: 46.Gesamtkaderwert: 148,75 Mio. €Da geht´s Richtung K.o.-Phase: Yoane WissaReutersDer Trainer: Sébastien Desabre. Franzose. Typ Trainernomade mit Schwerpunkt Afrika. Arbeitete schon für Teams in Kamerun, Tunesien, Ägypten, Marokko, Algerien, Uganda und in der Elfenbeinküste. Seit 2022 Nationaltrainer der Demokratischen Republik Kongo.Der Star: Yoane Wissa. Pfeilschneller Angreifer. Schoss für Brentford vor zwei Jahren mal 19 Tore in der Premier League. Daraufhin bezahlte Newcastle United fast 60 Millionen Euro für ihn. Bekam dafür: ein Saisontor und eine Vorlage.Das Team: Der Riese unter den Zwergen. Das zeigt schon die Fläche des Landes (6,6-mal so groß wie Deutschland), die Bevölkerungszahl – und der Kaderwert. Allein fünf Spieler spielen in England, fünf in Frankreich, drei in Spanien.Die Aussichten: Erstaunlich gut. In einer Gruppe mit Kolumbien, Portugal und Usbekistan ist man Favorit auf Platz drei. Die K.-o.-Phase ist damit realistisch.