Am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, saßen in Berlin drei Menschen an einem Tisch, die sich nicht oft auf gemeinsame Pressemitteilungen einigen: ein Bundesminister der CDU, ein Ministerpräsident der CDU und eine grüne Wirtschaftsministerin. An diesem Tag waren sie sich einig. Mehr Tempo, weniger Berichtspflichten, „eins rein, eins raus“. Karsten Wildberger lieferte den Satz, den man sich notieren sollte: „mehr Tempo, weniger Frust, einfach Machen.“ Wer die deutsche Digitaldebatte der letzten Jahre überstanden hat, darf diesen Moment ruhig kurz feiern.Anzeige

Interessant ist auch, wer hier den Schrittmacher gibt. Laut Hendrik Wüst sieht sich Nordrhein-Westfalen beim Umbau des Staates vorn, und Wildberger gab ihm darin recht: Das Land gehe beim Rückbau von Bürokratie und Berichtspflichten voran. Das ist mehr als Lokalpatriotismus. Wenn das bevölkerungsreichste Bundesland mit seinen rund 18 Millionen Einwohnern vormacht, dass es funktioniert, taugt das als Vorlage für den Rest der Republik.

Der eigentlich spannende Teil der Pressekonferenz war aber ohnehin der leise. Denn alles, was der Staat für sein Versprechen braucht, existiert längst: die Infrastruktur und die Anwendungen, die sich im Betrieb bewährt haben. Diese Technik läuft heute bereits großflächig, im ganz normalen Tagesgeschäft von Wirtschaftsunternehmen. Wir tun nur bloß weiter so, als müssten wir sie erst erfinden.Anzeige