Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat vor möglichen Kapazitätskürzungen bei Windturbinen in Europa gewarnt, sollte der Ausbau der Offshore-Windkraft durch die Regierungen weiter stocken. Dies sei zwar noch keine existenzielle Bedrohung für die Branche, könne aber eine werden, sagte der Chef der Windsparte Siemens Gamesa, Vinod Philip, in Hamburg. Die europäischen Windkraftwerke liefen zwar derzeit auf vollen Touren. Ein Mangel an Folgeaufträgen könnte die Werke jedoch ab 2028 in einen Kampf um Verträge stürzen. Zu Werksschließungen dürfte dies zwar wohl nicht führen, sagte Philip. „Wir werden sie aber wahrscheinlich in Bezug auf die Ressourcen verkleinern müssen.“Derzeit fehlten der EU bei Offshore-Windanlagen rund 40 Gigawatt (GW), um ihr Ziel von 120 GW bis 2030 zu erreichen, sagte der Manager, der seit 2024 die Siemens-Energy-Tochter führt. Allein in Deutschland seien Projekte mit einem Umfang von 16 Gigawatt gefährdet. Siemens Gamesa sei in Gesprächen mit Regierungen, um von Verzögerungen bedrohte Projekte freizugeben, sagte Philip. Die europäische Lieferkette für Offshore-Windkraft habe im Hinblick auf die Ziele für 2030 bereits 14 Milliarden Euro investiert.
Siemens Gamesa ist der weltgrößte Hersteller von Offshore-Windturbinen. Das Unternehmen betreibt in Europa sechs Turbinenwerke. Die Sparte hatte die Ergebnisse des Mutterkonzerns jahrelang belastet, vor allem wegen Qualitätsproblemen, die inzwischen jedoch behoben seien. In diesem Jahr soll Gamesa weiterhin die Gewinnschwelle erreichen, sagte Philip. „Wir haben gute Fortschritte gemacht.“Irankrieg treibt Nachfrage nach Gasturbinen anGleichzeitig sorgt bei dem Energietechnikkonzern der Irankrieg für zusätzliche Nachfrage nach Gasturbinen. Vor allem die Golfstaaten schrieben neue Gaskraftwerke aus, um ihre Energiesysteme zu stärken, sagte Vorstandsmitglied Karim Amin in Hamburg. Dies geschehe zu einer Zeit, in der die Hersteller wegen des massiven Ausbaus von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) bereits mit Aufträgen überflutet seien. Die Nachfrage durch sogenannte Hyperscaler, die Betreiber riesiger Rechenzentren, sei ungebrochen.












