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Immobilien: Verunsichert und skeptisch blicken Immobilienmanager nach vorn Die Stimmung in der Immobilienbranche trübt sich weiter ein. Das zeigt der Stimmungsindex, der dem Handelsblatt vorab vorliegt. Vor allem ein Segment „liegt auf der Intensivstation“.

Carsten Herz 11.06.2026 - 18:50 Uhr Artikel anhörenWohnungsbau: Regulatorische Unsicherheiten belasten. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpaFrankfurt. Die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung am deutschen Immobilienmarkt trübt sich deutlich ein. So bewerten die Unternehmen nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als noch zum Jahresende.Vor allem der Blick nach vorn wird zunehmend skeptischer. Das zeigt der neue Immobilienstimmungsindex (ISI) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), der dem Handelsblatt vorab vorliegt.Die Erwartungen der Branche sinken damit im zweiten Quartal 2026 zum dritten Mal in Folge. IW-Studienautor Ralph Henger urteilt: „Die negative Entwicklung zieht sich durch nahezu alle Segmente und deutet auf eine erhebliche Verunsicherung im Markt hin.“Für die Untersuchung werden quartalsweise Geschäftsführer und leitende Angestellte von rund 1200 Unternehmen der Branche befragt. Und das sind die wichtigsten Erkenntnisse.Das sogenannte Immobilienklima gibt laut aktueller Studie im ersten Quartal 2026 massiv um 17,5 Punkte nach. Es liegt nun bei minus 2,0 Punkten. Der Index misst dabei die Einschätzung zur Geschäftslage und zu den Aussichten der befragten Immobilienunternehmen auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 Punkten. Das Immobilienklima wird dabei als Mittelwert aus der aktuellen Lage sowie den Erwartungen an die kommenden zwölf Monate berechnet.Während die Bewertung der Geschäftslage um 6,7 Punkte auf 7,9 Punkte sinkt, entwickeln sich die Erwartungen dramatisch: Sie fallen um 27,8 Punkte auf einen negativen Wert von minus 11,4 Punkten. Gegenüber dem Höchststand vom Sommer 2025 hat das von IW und ZIA quartalsweise erhobene Immobilienklima damit mehr als 30 Punkte verloren.ZIA-Präsidentin Iris Schöberl zieht gegenüber dem Handelsblatt das Fazit: „Der Stimmungseinbruch ist kein Betriebsunfall des Marktes, sondern ein lautes Alarmsignal an die Politik.“ Sie erläutert: „Immer neue Debatten über Mietendeckel, Regulierung und Eingriffe verunsichern.“ Unternehmerisches Handeln und Investitionen bräuchten Vertrauen, das nur auf verlässlichem Boden wachse.Die negative Entwicklung im neuen Index ziehe sich durch nahezu alle Segmente und deute auf eine erhebliche Verunsicherung im Markt hin. Getrieben würden sie durch anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen sowie Zinsunsicherheiten, betont IW-Experte Henger.Wohnen: Gute Lage, schlechte AussichtenBesonders auffällig ist die Entwicklung im Wohnsegment. Dort setzt sich der Abwärtstrend beschleunigt fort. Die aktuelle Geschäftslage geht um 4,6 Punkte auf 13,6 zurück. Die Erwartungen bewegen sich drastisch um 28,7 Punkte abwärts und liegen nun tief im roten Bereich bei minus 22,9 Punkten. Das Immobilienklima sinkt dadurch in diesem Segment um 17,4 Punkte auf minus 5,5 Punkte und erreicht den niedrigsten Stand seit Ende 2023.Iris Schöberl: Die ZIA-Präsidentin spricht von einem Alarmsignal. Foto: ZIATrotz der weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnraum haben sich die Perspektiven der Immobilienfirmen damit deutlich eingetrübt. Belastend wirken insbesondere anhaltende regulatorische Unsicherheiten, etwa im Zusammenhang mit einer möglichen Verschärfung der Mietpreisregulierung sowie gestiegene Kosten.Büro: Neuer AbwärtstrendAuch im Bürosegment hat sich die robuste Stimmung des Vorquartals deutlich abgeschwächt. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sinkt um 4,5 Punkte auf 15,5 Punkte. Als dramatisch bezeichnet die Studie den Einbruch bei den Erwartungen: Diese fallen um 33,6 Punkte auf einen negativen Wert von minus 6,9 Punkten.Die derzeitige Lage präsentiert sich damit noch relativ stabil, gestützt durch bestehende Mietverträge und eine verlässliche Grundauslastung im Dienstleistungssektor. Vergleichsweise schlecht sind dagegen die Zukunftsaussichten. Konjunkturelle Unsicherheiten und offene Fragen zum künftigen Flächenbedarf dürften die Nachfrage nach neuen Büroflächen abschwächen.Projektentwickler: Angespannte LageDie Situation in der Projektentwicklung bleibt laut Studie hochgradig angespannt und verharrt auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Geschäftslage gibt nochmals leicht um 1,5 Punkte nach und liegt „nun bei alarmierenden minus 25,0 Punkten“. Mit einem Wert von minus 9,4 Punkten verbleibe das Immobilienklima in diesem Segment im negativen Bereich.„Verantwortlich für die anhaltend schwierige Situation sind vor allem die hohen Bau- und Finanzierungskosten sowie die schwache Nachfrage“, heißt es in der Studie. „Das ist auch politisch brisant“, sagt Henger. Denn letztlich seien es die Projektentwickler, die das Geld einsammelten, das später in den Wohnungsbau investiert würde.ZIA-Präsidentin Schöberl warnt: „Wenn Projektentwickler dauerhaft auf der Intensivstation liegen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn aus Baugenehmigungen und Bauplänen keine fertigen Wohnungen werden.“ Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! 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