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1. Aufbau OstflankeSeit einiger Zeit geistert ein unschönes Bedrohungsszenario durch die öffentliche Debatte: Bald schon, womöglich noch vor 2030, werde Russland die Nato angreifen, heißt es. Diese Schreckensvision wurde jetzt weiter genährt: Recherchen skandinavischer Medien und die Auswertung neuer Satellitenbilder legten nahe, dass Russland an den Grenzen zu Norwegen und Finnland seine militärische Infrastruktur massiv aufbaue.

In den Wochen vor dem Ukrainekrieg hatte Russland seine Truppen ebenfalls entlang der Grenze zu dem Land zusammengezogen. Sollte sich die Geschichte wiederholen? Droht eine russische Invasion der beiden europäischen Nato-Staaten?Die Finnen, an deren Grenze immerhin aufgerüstet wird, üben sich in nordischer Gelassenheit. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des finnischen Parlaments, Jukka Kopra, sagte der »FAZ« , der Ausbau der Stellungen sei erwartet worden. Diese Maßnahmen seien von Russland bereits angekündigt worden. Der Aufbau erfolge langsam, aber stetig, so Kopra.Meine Kollegin Ann-Dorit Boy aus dem Auslandsressort schätzt es ähnlich ein. »Russland baut seit Längerem seine Militärpräsenz nahe der finnischen und norwegischen Grenze aus – stärker natürlich seit dem Nato-Beitritt von Finnland (2023) und Schweden (2024)«, sagt Ann-Dorit. Das Land baue dort Kasernen beziehungsweise weite die Kapazitäten bereits bestehender Stützpunkte massiv aus. So sollen etwa im russischen Petschenga, etwa zehn Kilometer von der norwegischen Grenze in Lappland entfernt, künftig statt 7000 Soldaten 17.000 Armeeangehörige untergebracht werden können. An der Grenze zu Finnland sollen statt 20.000 künftig 80.000 Soldaten stationiert werden.