Apothekenreform: Redet miteinander!

Die Apothekenreform soll die Ärzteschaft entlasten, aber die stellt sich quer. Dabei profitieren Apotheken und Praxen von einer neuen Aufgabenteilung.

Apo­the­ke­r*in­nen sollen neue Aufgaben bekommen

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B evor PatientInnen ein rezeptpflichtiges Medikament in den Händen halten, waren ÄrztIn und ApothekerIn im Spiel. Eine verordnet, die andere prüft und gibt raus. Im Berufsalltag begegnen sich ÄrztInnen und ApothekerInnen allerdings so gut wie nie. Geisterhaft arbeiten sie nebeneinander her. Sprechen müssen beide Berufsgruppen erst miteinander, wenn etwas schiefläuft. Da ist die Packungsgröße vergessen worden, die Apothekerin fragt also nach. Manchmal entsteht auf beiden Seiten der Eindruck, die jeweils andere habe „keine Ahnung“ vom Alltag der anderen. Diese Nicht-Kommunikation ist leider oft Standard. Die verschärft wird durch das jüngst vom Bundestag beschlossene Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG): Denn jetzt sollen Apotheken zusätzliche Aufgaben übernehmen, die bislang ausschließlich Sache von ÄrztInnen war. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Hans-Albert Gehle, spricht von einer überschrittenen „roten Linie“.