Privat fahre er nicht Auto, sondern mit dem Lastenfahrrad und dem öffentlichen Verkehr, sagte der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. „Egal, welche Koalition übernimmt: In der Verkehrsverwaltung muss es dringend einen Wechsel geben“, forderte er bei einem Empfang seiner Partei. Seine Skizze einer künftigen Berliner Verkehrspolitik dürfte bei Grünen und Linken auf Wohlwollen stoßen. Doch manchmal blieb Krach ziemlich vage – und ein Verkehrsmittel kam kaum vor. Stress im Verkehr. Zu wenig Parkplätze, zu viele Poller. Unzufriedenheit mit Bahn und Bus. Und immer wieder Fragen wie: Wem gehören die Straßen? Wie soll der knappe Raum aufgeteilt werden? Längst ist der Verkehr Schauplatz eines Kulturkampfes geworden. Auch in Berlin.„Wir leben in einer Zeit, in der Fakten nicht so viel zählen wie Meinungen“, sagte Birgit Milius. Die SPD hatte die Leiterin des Instituts für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität eingeladen. Die Professorin riet, nicht immer auf Kompromisse zu hoffen. Es werde nie so sein, dass alle glücklich sind. Milius: „Die Politik muss entscheiden.“

SPD-Politiker Krach: Tempo-30-Debatte „völlig absurd“

Ob das mit der Berliner SPD geht? Nachdem der Spitzenkandidat zur Wahl des Abgeordnetenhauses vor kurzem seine Wirtschaftsinitiative präsentiert hat, sprach der 46-Jährige im Bi Nuu, einer hippen Partylocation im Hochbahnhof Schlesisches Tor, über den Verkehr. Ein Thema, das in Berlin viele Hunderttausende bewegt – und oft nervt. Eingeladen hatte der Fachausschuss Mobilität der SPD Berlin.