Mitten in … RomEin Termin am anderen Ende der Stadt, also ins Taxi statt aufs Fahrrad. Man nennt die Adresse, da wuchtet sich der Taxifahrer etwas Schweres auf den Schoß. Langsam bewegt er den Zeigefinger. Es raschelt. Tatsache, der Mann blättert! Im Stadtplan im Telefonbuch-Format! Was einem lieber sei, durchs Zentrum und da womöglich im Stau stehen? Oder den Lungotevere entlang und da womöglich im Stau stehen? Er entscheidet sich für den Lungotevere, das Handy bleibt aus. Navis legen einen nur rein, sagt er. 30 Jahre Erfahrung hat der Mann. Besser zu sein als jedes Navi, sei gar nicht schwer, sagt er. Man müsse eigentlich nur drei Dinge wissen: wo die Hauptstraßen entlangführen. Wo momentan Baustellen sind. Und wie spät es ist. Ach ja, vielleicht vier: wie die geraden und die ungeraden Hausnummern verteilt sind. Taxifahren, sagt er dann noch, ist schließlich ein Beruf. Elisa Britzelmeier Illustration: Marc HeroldMitten in … ManchingHeißer Sommerabend im Kelten- und Römermuseum Manching, wo Einbrecher Ende 2022 einen weltberühmten, noch immer vermissten Goldschatz von 483 Münzen klauten. Ausstellungseröffnung. Rede des Museumschefs, Rede des neuen Bürgermeisters, vier Künstler eröffnen eine heitere Sonderausstellung: mit Alexander Johns wilden Holzmasken, gezeichneter Römer-Antike in Miniaturen von Claus-Michael Hüssen, einer Menge Zunder (das ist ein Baumpilz) auf mexikanischen Papierbahnen von Karin Lenk-Aguerrebere. Alles sehr sehenswert. Thomas Neumaier, der vierte Künstler, grinst schräg in den Boden. Auf rotem Samt präsentiert er in edler Glasvitrine seinen „Depotfund“: Er hat post-keltische Kronkorken plattgehämmert und goldlackiert. Seelenbalsam für Manching. Hurra, der Goldschatz ist wieder da! Sogar in diebstahlhemmender Ausführung. Tom Soyer Illustration: Marc HeroldMitten in ... RigaAuf dem Kanal, der sich durch Riga schlängelt, fährt eine Gruppe Touristen auf ungewohnten Gefährten: einer Kreuzung aus Fahrrad und Stand-up-Paddle. Als sie eine Brücke passieren, werden die Touristen, die diese Attraktion gebucht haben, selbst zur Attraktion, Handykameras werden gezückt. Plötzlich verliert eine der Frauen auf ihrem Stand-up-Paddle-Rad ihr Baseballcap. Umständlich beugt sie sich nach unten, um an die Kappe unter ihren Pedalen zu gelangen, ohne selbst ins Wasser zu fallen. Einer der Schaulustigen bemerkt das Missgeschick und stimmt ein „Oooh“ an, dem sich immer mehr Menschen anschließen. Schließlich erwischt die Paddel-Radlerin die Kappe und hält sie triumphierend in die Höhe. Das Raunen auf der Brücke schlägt in Jubel um, dann löst sich die spontane Ansammlung wieder auf. Und die Frau paddelradelt in den Sonnenuntergang. Leonie SankeWeitere Folgen der Kolumne „Mitten in …“ finden Sie hier.
Kuriose Begebenheit im Taxi in Rom: Ein Navi, wie überflüssig!
Die SZ-Korrespondentin in Rom nimmt sich ein Taxi. Der Fahrer sagt, er sei besser als jedes Navi – weil er folgende vier Dinge beherzige. Kolumne „Mitten in“







