PfadnavigationHomePolitikAuslandUS-Kongress„Versuchte, mich unter Druck zu setzen“ – Gates spricht von Erpressung durch Epstein mit AffärenStand: 08:11 UhrLesedauer: 4 MinutenMicrosoft-Mitgründer Bill Gates erscheint im KapitolQuelle: Getty Images via AFP/TOM BRENNERBill Gates entschuldigt sich vor dem Epstein-Ausschuss im US-Kongress. Von laufenden Verbrechen will der Microsoft-Mitgründer nichts gewusst haben, gibt an, selbst erpresst worden zu sein. Das glaubt ihm nicht jeder.Microsoft-Mitgründer Bill Gates will nach eigenen Angaben mit seiner Aussage vor dem Epstein-Kontrollausschuss im US-Parlament dessen Arbeit unterstützen. Er sei froh, freiwillig hier zu sein und auszusagen, sagte Gates in seinem knappen Statement vor der Anhörung im Kapitol zu Journalisten. Die Sitzung in Washington ist nicht öffentlich. Er wolle eine einleitende Erklärung abgeben. Er hoffe, dass seine Aussage hilfreich für die Arbeit des Ausschusses sei, „Gerechtigkeit für die Opfer“ zu erreichen, sagte Gates über Jeffrey Epstein. „Mir ist nun klar, dass er versucht hat, sich ein legitimes Image aufzubauen, indem er Verbindungen zu angesehenen und einflussreichen Personen nutzte, um Kritik abzuwehren und seinen Ruf wiederherzustellen. Wenn die Zeit, die ich mit Epstein verbracht habe, ihm Glaubwürdigkeit verliehen hat, tut mir das zutiefst leid.“Gates sagte, er habe nie „irgendeinen Hinweis“ darauf gehabt, dass Epstein in „laufende kriminelle Handlungen“ verwickelt sei. Nach eigenen Angaben sei er von dem inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter erpresst worden. „Epstein versuchte, Informationen über meine Untreue – zusätzlich zu vielen Lügen, die er darüber legte – zu nutzen, um mich unter Druck zu setzen, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Aus jüngst veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass sich Gates und Epstein nach dessen erster Haftstrafe im Jahr 2008 wiederholt trafen. Gates sagte am Mittwoch, er habe damals das Ausmaß von Epsteins Verbrechen nicht vollständig begriffen. Lesen Sie auch„Herr Gates wusste, dass Jeffrey Epstein verurteilt worden war, und zwar wegen eines entsetzlichen Verbrechens. Er pflegte weiterhin Kontakt zu ihm“, sagte Robert Garcia, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss des Repräsentantenhauses aus Kalifornien, während einer Befragungspause. „Dafür muss Herr Gates büßen.“Der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses, James Comer, sagte vor Beginn der Verhandlung, dass das Gremium den Tech-Mogul zu Notizen befragen wolle, die Epstein sich 2013 per E-Mail geschickt hatte. Darin beschreibt der Finanzier, wie er Gates Medikamente gab, „um die Folgen des Sex mit russischen Mädchen zu behandeln“, und wie er ihm Antibiotika gegen eine sexuell übertragbare Krankheit zur Verfügung stellte, die Gates seiner damaligen Ehefrau Melinda French Gates „heimlich geben“ konnte.„Diese E-Mail wird in der ersten Stunde der Befragung thematisiert werden“, sagte Comer, ein Republikaner aus Kentucky. „Niemand wirft Bill Gates ein Fehlverhalten vor“, fügte er hinzu. Der republikanische Ausschusschef James Comer sagte ebenfalls vor Beginn der Befragung, dass die Kongressmitglieder etwas über Gates’ Beziehung zu Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell erfahren wollten: „Was hat er gesehen? Wusste er, was vor sich ging? War er in irgendetwas davon verwickelt?“ Comer betonte dabei, dass es keine Vorwürfe zu Fehlverhalten gegen Gates gebe.Lesen Sie auchDer Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein politisch aufarbeiten. In Akten, die das US-Justizministerium per Gesetz veröffentlichen musste, findet sich auch ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Gates richtet. Eine reine Namensnennung in den Akten sagt per se erst einmal nichts aus.Multimillionär Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben.Gates hatte Kontakt mit EpsteinGates hatte wie viele andere Prominente aus zahlreichen Ländern auch früher Kontakt zu Epstein. Treffen mit ihm bezeichnete Gates vor Monaten als Fehler. Auf der Privatinsel Epsteins in der Karibik, die Zentrum des Missbrauchsrings gewesen sein soll, sei er nie gewesen. Er habe nie irgendwelche Frauen getroffen, hatte der Microsoft-Mitgründer betont.Gates ist nicht der erste Prominente, der vor dem Kontrollausschuss erschien. Vor einiger Zeit hatten auch Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau unabhängig voneinander mit den Ausschussmitgliedern gesprochen. Auch Bill Clinton hatte Kontakt zu Epstein.dpa/AP/saha
„Versuchte, mich unter Druck zu setzen“ – Gates spricht von Erpressungsversuch durch Epstein - WELT
Bill Gates entschuldigt sich vor dem Epstein-Ausschuss im US-Kongress. Von laufenden Verbrechen will der Microsoft-Mitgründer nichts gewusst haben, gibt an, selbst erpresst worden zu sein. Das glaubt ihm nicht jeder.












