Bill Gates steht einmal mehr wegen seiner Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im Rampenlicht. Der Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft sagte jetzt vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses in Washington aus, der sich mit den Ermittlungen des Justizministeriums rund um Epstein beschäftigt.Die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt, aber Gates machte seine einleitende Stellungnahme publik. Darin sagte er, er habe sich von Epstein erpresst gefühlt. Epstein habe sein Wissen über außereheliche Affären von Gates genutzt, um ihn unter Druck zu setzen. Gates erklärte, dass sein Kontakt zu Epstein seinem Ruf geschadet habe, und stellte dies als ein Risiko für die Arbeit seiner wohltätigen Stiftung dar.Gates ist seit einiger Zeit wegen seiner Kontakte zu Epstein in Erklärungsnot. Sein Name tauchte auch in einigen der Dokumente auf, die das amerikanische Justizministerium in diesem Jahr rund um den Fall Epstein veröffentlicht hat. Gates hat oft beteuert, dass er nur deshalb eine Verbindung zu Epstein gehabt habe, weil er sich von ihm Hilfe beim Sammeln von Spenden für seine Stiftung versprochen habe. Er hat das auch oft als Fehler beschrieben.Gates: „Ich habe niemals jemandem etwas Unrechtes angetan.“Auch in seiner jetzigen Stellungnahme gab Gates sich jetzt selbstkritisch. Er nannte es einen „schwerwiegenden Mangel an Urteilsvermögen“, mit Epstein in Kontakt gewesen zu sei. Gates beteuerte aber auch, dass er sich nichts zuschulden habe kommen lassen: „Ich habe niemals beobachtet oder Anhaltspunkte dafür gehabt, dass Epstein fortlaufend kriminelle Handlungen beging. Ich war nie auf seiner Insel, seiner Ranch oder in seinem Haus in Florida. Ich habe niemals jemandem etwas Unrechtes angetan.“ Gates sagte weiter, er sei für die Veröffentlichung aller Epstein-Dokumente und wünsche Epsteins Opfern „die Gerechtigkeit, die sie verdienen“.Epstein sei ihm 2011 vorgestellt worden, sagte Gates, und er habe behauptet, dass er Milliarden Dollar an Spenden von Kunden seiner Finanzberatungsgesellschaft einsammeln könne. Ihm sei zwar bewusst gewesen, dass Epstein zuvor „juristische Schwierigkeiten“ gehabt habe, schrieb Gates. „Aber ich habe das Ausmaß der Verbrechen, die er begangen hat, nicht vollständig verstanden.“ 2014 will er zu dem Schluss gekommen sein, dass die Gespräche mit Epstein über finanzielle Unterstützung seiner wohltätigen Arbeit zu nichts führen würden. Er habe den Kontakt dann abgebrochen. Einige Zeit später will Gates herausgefunden haben, dass Epstein „sensible Informationen über mein Privatleben hat, darunter die Tatsache, dass ich meiner Ehe nicht treu war“. Mit diesem Wissen habe Epstein Druck auf Gates ausgeübt, den Kontakt wiederzubeleben, was aber nicht geschehen sei.Bill Gates und seine frühere Frau Melinda French Gates hatten sich 2021 scheiden lassen. French Gates hat angedeutet, dass die Verbindungen ihres früheren Mannes zu Epstein dabei eine Rolle gespielt haben. Nach einem Bericht der Zeitung „Wall Street Journal“ hatte Gates sich im Februar auf einer Mitarbeiterversammlung seiner Stiftung für seine Kontakte zu Epstein entschuldigt. Damals habe er auch Affären mit zwei verschiedenen Frauen öffentlich gemacht.In einem weiteren Bericht vor wenigen Tagen schrieb die Zeitung über andere Konsequenzen der Enthüllungen für Gates. So sei in diesem Jahr ein sonst übliches Abendessen mit ihm als Gastgeber im Rahmen einer Microsoft-Veranstaltung ausgefallen. Gates sei vorher gesagt worden, dass es besser sei, das Abendessen diesmal zu streichen. Anders als in früheren Jahren sei Gates Anfang Mai auch nicht zur Hauptversammlung von Berkshire Hathaway gekommen, der Holdinggesellschaft seines langjährigen Freundes Warren Buffett. Auch hier sei ihm vorher nahegelegt worden, nicht zu erscheinen, heißt es im „Wall Street Journal“.
Gates fühlte sich von Epstein erpresst
Die Epstein-Affäre schade seiner wohltätigen Arbeit, sagt der Microsoft-Mitgründer Bill Gates vor dem Kongress. Er zeigt sich selbstkritisch und beteuert seine Unschuld.










