Funktioniert das Land auch da, wo es schrumpft? Eine Reportage.11.06.2026, 05.31 Uhr11 LeseminutenMichelle Renaud, die Gemeindepräsidentin von Trub, wohnte einst in einem Wohnblock in der Stadt Bern, wo sie eine Schiesserei erlebte, wie sie erzählt. Im Treppenhaus war es plötzlich laut geworden, niemand wusste, was los war. «I wott hie furt», habe sie zu ihrem Mann gesagt. So kam die frühere Moderatorin von Tele Bärn nach Trub. Seit zwanzig Jahren lebt sie in einem renovierten Stöckli in Gläislishaus am hinteren Ende der Gemeinde, wo langsam der Napf beginnt. Inzwischen ist sie, nicht nur von Amtes wegen, der grösste Fan von Trub. Auf ihrem Mini prangt ein Aufkleber: «Truebermeitschi». «Uns muss man suchen», sagt sie – und meint es als Standortvorteil: Weil es hinter Trub nicht mehr weitergeht, gibt es keinen Durchgangsverkehr.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.«Wir sind nicht die, die rentieren»: Michelle Renaud, Gemeindepräsidentin von Trub im Emmental.Den besten Blick auf Trub gibt es auf der Risisegg, der Weg dahin führt über eine schmale Alpstrasse. Einmal muss ihr Gemeinderatskollege Martin Wiedmer, der uns mit seinem E-Auto hochfährt, kurz anhalten: Kühe auf der Strasse. Dann zeigt Michelle Renaud durchs Autofenster hinunter auf «das schönste Dorf der Schweiz», wie es in einer Auszeichnung im Jahr 2019 hiess. Trub ist eine aufwendige Komposition aus Wiesen und Wald. Aus unzähligen Seitengräben plätschern Bäche hervor, die «in stillem Murmeln ihr Geschiebe wälzen», wie Jeremias Gotthelf schrieb. Das kleine Kloster verweist auf die grosse, neunhundertjährige Geschichte. Und die alten Bauernhäuser sind Paläste aus Holz. Kein Wunder, verlassen die Einheimischen ihre Heimat nur ungern. Im Lied vom «Truebermeitschi» heisst es: «U muess i furt: Gott b’hüet di, mis liebe Heimattal. / Ach Aetti, u mis Müetti! Was het mis Härz für Qual.» Die Truber Geschlechter, die Wüthrichs oder die Fankhausers, leben seit Jahrhunderten hier. Aus Trub kommen dreizehn Schwingerkönige der Frühzeit, der Seltenbach Jäggel oder der Milpacher Chrigel. Natürlich ist Trub auch eine Filmkulisse, die Gemeindepräsidentin spricht vom «Hollywood der Schweiz»: Sowohl «Die Herbstzeitlosen» (2006) als auch «Ewigi Liebi» (2026) lassen die ländliche Sehnsuchtsschweiz noch einmal aufleben – dafür muss in Trub kein Stein verrückt werden.«Ich kam nach Trub, weil ich die Idylle suchte», sagt Michelle Renaud, «und diese Idylle möchte ich bewahren.» Nirgends ist die 10-Millionen-Schweiz weiter weg als hier. Wo in den 1950er Jahren über 2000 Leute lebten, sind es jetzt noch 1277. In letzter Zeit blieben die Zahlen immerhin stabil. Trub ist ein Utopia für all jene, die nicht in einer Schweiz leben wollen, die immer weiter wächst. Aber funktioniert das Land auch da, wo es nicht wächst?Die Gemeindepräsidentin von Trub beschleicht seit einigen Wochen das Gefühl, dass ihre Idylle bedroht sei – egal wie am Sonntag abgestimmt wird.Die Heimat von HagelhansZumindest die Welt von Hagelhans ist an diesem Nachmittag schwer in Ordnung. Er sitzt mit einer Pfeife im Bart vor zwei Containern, heute ist Papier- und Ölsammlung, als Gemeindearbeiter im Stundenlohn schaut er zum Rechten. Hagelhans wird er gerufen, weil man in Trub findet, er sehe aus wie der Hagelhans in der Gotthelf-Verfilmung «Uli der Pächter».«Ich bin doch urchig?» Alfred Beer, genannt Hagelhans, will über den Tod hinaus in Trub bleiben.Eigentlich heisst er Alfred Beer und ist 73 Jahre alt. Aufgewachsen in Trub, führte er später auswärts einen Bauernhof, bis er im Alter nach Trub zurückgekehrt ist. «Hier ist einfach noch Heimat», sagt Hagelhans. Die Erklärung genügt sich selbst. Er will nicht mehr weg aus Trub, bis über den Tod hinaus. «Wenn es so weit ist, sollen sie mich unter die grosse Linde bringen, die auf dem Friedhof steht.» Vorerst will er aber noch weiterleben, bis 103, so schwebt es ihm vor. Was den Truber Charakter ausmache? «Er ist urchig, gemütlich. So, wie ich aussehe», sagt Hagelhans. «Ich bin doch urchig?» – Klar. – «Eben. So ist der Truber.»In einer Stadt zu leben, käme für ihn nicht infrage. Abends, wenn er zu den Guschtis, den jungen Rindern eines befreundeten Bauern, geschaut hat, sitzt Hagelhans auf seinem Balkon, raucht eine Pfeife und zählt Flugzeuge. Zwar hat er da seine Ruhe, und doch ahnt er, was in der Welt los ist, wenn er in den Himmel schaut. Neulich habe er in einer guten Stunde dreiundsiebzig Flugzeuge gezählt, sagt er.Trub soll bleiben, wie es ist – da spricht er, soweit sich das überblicken lässt, dem ganzen Tal aus der Seele. Eine 10-Millionen-Schweiz? «Nie im Leben», sagt Hagelhans.Trub am TropfDer Gemeinderat arbeitet daran, dass sich Trub nicht verändert. «Mir si zfriede hie», sagt Gemeindepräsidentin Michelle Renaud.Aber sie weiss, dass dieses Glück nicht auf alle Zeiten gesichert ist. «Wir hängen doppelt am Tropf», sagt sie. Weit über 2 Millionen Franken jährlich bekommt Trub aus dem bernischen Finanzausgleich, mehr als es durch Steuern einnimmt – und der Kanton Bern wiederum ist abhängig vom Geld aus dem schweizerischen Finanzausgleich, von grossen Wachstumskantonen wie Zug, Zürich oder Schwyz. «Dieses System ist unsere Lebensversicherung», sagt Michelle Renaud, «sobald es nicht mehr funktioniert, haben wir ein Problem.» Schon jetzt steckt Trub in einem Dilemma, das viele ländliche Gemeinden kennen: Sie wollen zwar keine Zuwanderung, aber sie werden querfinanziert durch Regionen, die viel Zuwanderung haben.Renaud kann sich deshalb kaum entscheiden, wie sie sich zur 10-Millionen-Initiative positionieren soll. An einer Versammlung ihrer eigenen Partei, der Mitte, enthielt sie sich. Sie sieht es so: Bei einem Nein könnte der Zuwanderungsdruck weiter zunehmen, nicht mehr nur in den Städten, sondern bis hinauf nach Trub. Und bei einem Ja könnten die Gelder aus dem Finanzausgleich versiegen, die für Trub lebenswichtig sind. Am liebsten wäre es der Gemeindepräsidentin, es würde sich migrationspolitisch etwas verändern, ohne dass sich finanzpolitisch etwas verändern würde.Als wir zurück ins Dorf fahren, zeigt Michelle Renaud in die hügelige Landschaft, die unterhalten werden will, und sagt: «Wir sind nicht die, die rentieren.» Nur sei das einerseits von oben so gewollt, Stichwort Raumplanung – Trub dürfte gar nicht gross wachsen, selbst wenn es wollte. Und andererseits von der Natur: Die Bauern müssen in der Bergzone arbeiten, «grosse Erträge gibt das nicht», weiss Martin Wiedmer auf dem Fahrersitz, er ist selbst Bauer. Trub ist kein ergiebiges Terrain. Der Gemeinderat hat eine Strategie erarbeitet für «sanften Tourismus», man will sich als Wanderparadies etablieren, auch wenn das nicht die zahlungskräftigste Kundschaft anzieht. Overtourism soll verhindert werden.Trub besinnt sich vorerst auf sich selbst. «Wir brauchen keine Migration», sagt Michelle Renaud. In der Gemeindeverwaltung schaut sie, dass wenn möglich Truberinnen und Truber angestellt werden. «Wir schauen zu uns.» Aber reicht das, wenn das Dorf immer kleiner und immer älter wird?Das AbwanderungsdorfZählten die Heimatberechtigten, wäre Trub eine Stadt von 50 000 Menschen. Seit Jahrhunderten zieht der Nachwuchs der kinderstarken Bauernfamilien aus, um das eigene Überleben zu sichern. Inzwischen sind die Heimkehrer ein Wirtschaftsfaktor. Im Gästebuch, das im kleinen Dorfmuseum aufliegt, steht: «A visit from a ‹Habegger› living in the UK now. Lovely to see the history.» Immer wieder kehren Ausgewanderte für ein Geburtstagsfest in den «Löwen» zurück, den letzten Gasthof im Dorf.«Lovely to see the history»: Trub ist ein Ort der Heimkehrer – 50 000 Menschen sind hier heimatberechtigt.«Wir leben nicht nur von den Trubern, sondern auch von Touristen und Heimweh-Trubern», sagt Hulda Zaugg, die ab 1987 gemeinsam mit ihrem Mann hier wirtete, bis die beiden den Betrieb an die nächste Generation weitergaben. Zwar sind die Vereine überaus aktiv, nicht nur gibt es einen Jodlerchor, sondern auch einen Jodlerklub – die beide im grossen «Löwen»-Saal ihre Theaterabende durchführen. Der Schwingklub feiert Erfolge. Aber Hulda Zaugg überblickt auch die Verluste: Aus sechs Schulhäusern wurden zwei, der «Sternen» weiter unten im Dorf ging ein, und wo es noch in den 1990er Jahren elf Läden gab, eine Metzgerei, eine Bäckerei, eine Post, da gibt es heute nur noch einen Selbstbedienungsladen in der Käserei. Die Trachtengruppe hat sich aufgelöst, andere Vereine bekunden Mühe. Das Militär, das früher mit den Pferden in Trub übte und die Wirtschaften unterstützte, wurde abgezogen. Und auf manchen der 115 Bauernhöfe ist nicht klar: Wie soll es weitergehen?Hulda Zaugg ist überzeugt, Trub werde weiterleben: gerade weil die Gemeinde immer näher zusammenrücke. «Man kennt einander, ist nicht anonym, schaut zueinander.» Sie selbst verkörpert dieses Prinzip: als langjährige Wirtin im «Löwen», als zweite Stimme im Jodlerchor, als Gemeinderätin.Der Boden unter den FüssenEbenso engagiert ist Jürg Habegger, ein 39-jähriger Mann in Motorex-Hosen, der gerade noch einen Traktor in die Garage fährt. Nebenan flicken seine zehn Angestellten, was den Bauern auf dem Feld abgelegen ist. «Hier motoret es den ganzen Tag», sagt er und lacht. Untertags führt Habegger seine eigene Firma für Maschinentechnik, abends den Schwingklub. Es boomt an beiden Orten.«Ich habe Vertrauen in unsere schöne Gegend»: Jürg Habegger, Unternehmer und Schwingklub-Präsident.Auf seiner Betriebswebsite kann er unter «Zufriedene Kunden» fast das ganze Dorf aufführen. Habegger profitiert davon, dass die Bauern in Trub nie von der Industrie verdrängt wurden. Er muss nur schon als Unternehmer dagegen sein, dass zu viel gebaut wird – je weniger landwirtschaftliche Felder, desto weniger Aufträge. Aber er meint es als universelles Statement, wenn er sagt: «Wenn wir immer weiter wachsen, verlieren wir den Boden unter den Füssen.» Habegger will keine 10-Millionen-Schweiz, gewisse Abstriche bei den Geldern aus dem Finanzausgleich würde er riskieren. «Vielleicht bliebe im Winter der Schnee auf den Strassen länger liegen», sagt er, «damit müssten wir leben können.»Er sei nicht dagegen, dass die Bevölkerung moderat wachse, Trub brauche Kinder, müsse die letzten Schulhäuser «auf ewig und einen Tag» erhalten, «sonst sterben wir aus». Was er mit moderat meine? «1 bis 2 Prozent, wie bei einem gesunden Unternehmen.» Ihm ist bewusst, dass das hochgerechnet auf die Schweiz jährlich weit über 90 000 Leute wären. In Trub, so Habegger überzeugt, wäre jedenfalls noch etwas mehr möglich als an anderen Orten im Land.So gesehen ist er ein typischer Schweizer. Der Stadt-Land-Monitor, den das Umfrageinstitut Sotomo für Fenaco macht, fand heraus: Wir wünschen uns zwar, dass die Bevölkerung wächst – aber nur in der eigenen Gemeinde, die prosperieren soll, und nicht im ganzen Land. Jürg Habegger trägt diesen helvetischen Widerspruch in sich. Und löst ihn auf mit einem dieser Truber Gelassenheitsgrundsätze: «Ich habe Vertrauen in unsere schöne Gegend.»Wie die Alten, so die JungenEr hat keinen Anlass, daran zu zweifeln. Nicht nur im Geschäft, auch im Verein profitiert er vom Truber Ökosystem: Der ländliche Lifestyle, der für ihn Realität ist, scheint auch als Sehnsucht zu funktionieren – anders ist die Popularität der Schwingerei nicht zu erklären. Wenn er abends ins Schwingtraining geht, sieht er, wie die Jungen so weitermachen, wie sie es von den Älteren lernen. Neulich auch mit sportlichem Erfolg: Im Mai, am Seeländischen Schwingfest, griff ein Truber im Schlussgang mit dem Eidgenossen Staudenmann Fabian zusammen.«Wenn wir in die Ferien gingen, war ich geng froh, wenn es heimwärts ging»: Severin Wüthrich, Aktivschwinger.Der Aktivschwinger Severin Wüthrich, 24, hat einst in der Firma von Jürg Habegger geschnuppert, führt jetzt aber mit dem Vater ein Sanitär- und Plattenlegergeschäft. Er hilft in der «Lushütte», einer Alpbeiz, und er schaut zu hundert Guschtis. Er ist nicht nur im Schwingklub, sondern auch im Hockeyklub Trub, und jetzt, in der Garderobe der Truber Turnhalle, trägt er ein T-Shirt der «Sportfreunde Brandösch», mit denen er an Grümpelturnieren teilnimmt. Wo er wohnt, gibt es nur vier Häuser, da leben seine Cousins, Coucousins, «alles beste Kollegen». Er wollte es nie anders: «Wenn wir in die Ferien gingen, war ich geng froh, wenn es heimwärts ging.»Dass in Trub nicht viel läuft, sieht Wüthrich nicht als Problem: «Man muss sich halt organisieren.» In 15 Minuten sei man «in der Zivilisation», sagt er und grinst. Er meint Langnau, das hier ironisch als Metropole gilt. Jedes Heimspiel des SC Langnau ist ein gesellschaftlicher Grossevent und auch eine Art analoge Datingplattform. Schwingerische Erfolge werden mit einer Flasche Appenzeller Kräuterschnaps gefeiert, nach Betriebs- oder Viehschauen gibt es eine kurze Nacht. «Es gibt weniger Feste, aber die werden umso ausgiebiger gefeiert», sagt Jürg Habegger.Severin Wüthrich und seine Kollegen greifen im Schwingkeller zusammen, den sie in unzähligen Stunden Fronarbeit eingerichtet haben. Politisiert werde hier unten selten, heisst es, das treibe nur auseinander. Er fühlt sich hier wohl, weil es einen «Wahnsinns-Zusammenhalt» gebe. Sogar im Auto grüsse man sich.Truber Visionen und DystopienWer jemanden sucht, der Trub verändern will, müsste Trub verlassen. Die 10-Millionen-Schweiz-Initiative dürfte hier klar angenommen werden – bei den Grossratswahlen im März erreichte die SVP in Trub die absolute Mehrheit. An der Übung der Feuerwehr heisst es, man lösche Brände auch deshalb so effizient, «weil alle gleich denken». Und das, obwohl die Feuerwehr inzwischen mit Trubschachen fusioniert hat. So wie auch die Schule. In Trub sagen manche, mit leichtem Bedauern, früher sei man noch mehr für sich gewesen.Das Gefühl von der bedrohten Idylle ist verbreitet – weil sich Trub auch dann verändert, wenn es bleibt, wie es ist. Seit auf den Bauernhöfen immer weniger Kinder auf die Welt kommen, schrumpft die Bevölkerung automatisch, sofern nicht zusätzliche Häuser und Wohnungen gebaut werden. Zudem werden die Alteingesessenen älter. Können sie in ihren Häusern bleiben? Im vergangenen Jahr wurde in Trub der erste Lift in ein Wohnhaus eingebaut. Die Leute sind mobiler geworden, sie können auswärts arbeiten, einkaufen, ausgehen.Wie wird Trub in Zukunft aussehen?Das eine oder andere Bauprojekt, sagen viele, werde es brauchen. Junge Familien, die sich in Trub integrieren wollten, sollten zuziehen. Einer, der die Häuser aufstellen könnte, wäre schon in der Gemeinde: Bis jetzt baut Jürg Hirschi, als Chef der 80-köpfigen Zimmerei Hirschi der grösste lokale Arbeitgeber, vor allem auswärts. Er ist sich aber sicher, dass die Baulandreserven in Trub in den nächsten Jahren verkauft und bebaut werden. Auch er will nicht, dass sich Trub verändert, aber eine gewisse Entwicklung brauche es. Nur schon, um weniger abhängig zu sein vom Tropf des Finanzausgleichs. Er bezweifelt auch, dass es allein mit sanftem Tourismus getan ist: «Wenn Trub etwas anreissen will, wäre ich sofort dabei.»Die Zukunft von Trub: Im Ortsteil Längengrund ist ein «hochwertiges Neubauprojekt» geplant.plMichelle Renaud und ihr Gemeinderatskollege Martin Wiedmer kommen auf der Autofahrt durch Trub im Ortsteil Längengrund an, wo sie auf ein Abbruchgebäude hinweisen, das von Visieren umstellt ist. Hier entstehen ein Mehrfamilienhaus und vier Einfamilienhäuser, ein «hochwertiges Neubauprojekt». So stellen sie sich das Wachstum vor. «Wir brauchen neue Leute», sagt Wiedmer, «aber keinen riesigen Run.» Sie setzen sich für Glasfasernetze ein, Wiedmer hat auf seinem Hof bis heute keinen Handyempfang. Wenn etwas gehen soll, dann nicht zu schnell.Dabei hätte es auch anders kommen können: Im 19. Jahrhundert gab es einen Plan für eine Napf-Bahn. Er wurde nie umgesetzt, sonst gäbe es heute in Trub vielleicht einen Bahnhof. «Dann wäre ich jetzt nicht hier», sagt Michelle Renaud. «Dann wäre Trub fundamental anders», sagt Martin Wiedmer.Neulich fuhr der Gemeinderat in corpore nach Langnau, um im Kino eine Vorpremiere von «Ewigi Liebi» zu schauen. Der Film soll die Truber Idylle ins ganze Land hinaustragen. Aber als der Film lief, als die Kamera herauszoomte und das Dorf zu sehen war, sind sie alle geschockt gewesen, wie Michelle Renaud erzählt: «Was ist nur mit unserem Trub passiert?» Die Filmcrew hat das Dorf exponentiell wachsen lassen, damit es realistischer rüberkomme. Trub im Film hat dreimal so viele Häuser wie Trub im Emmental. Als die Gemeindepräsidentin nach der Vorstellung heimwärts fuhr, konnte sie sich versichern: Es ist noch alles, wie es immer war.Passend zum Artikel
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