PfadnavigationHomePolitikAuslandAnweisung von Präsident TrumpUS-Militär bombardiert Iran erneut – Teheran reagiert mit Schließung der Straße von HormusStand: 01:11 UhrLesedauer: 4 MinutenUS-Präsident Donald Trump hat weitere Angriffe gegen den Iran umsetzen lassenQuelle: BRENDAN SMIALOWSKI/AFPDas US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Operationen erfolgten auf Anweisung von Präsident Donald Trump, teilte Centcom mit. Als Reaktion hat der Iran die Straße von Hormus vollständig blockiert.Nach US-Angriffen schließt der Iran eigenen Angaben zufolge die Straße von Hormus für die Durchfahrt jeglicher Schiffe. Das oberste iranische Militärkommando teilt mit, dass die Anordnung auch Öltanker und Handelsschiffe umfasse. Jedes Schiff, das eine Durchfahrt versuche, werde beschossen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Militär. Iranischen Medien zufolge seien bereits zwei Schiffe getroffen worden, die das Verbot missachtet und eine Durchfahrt durch die Meerenge versucht hätten.Das US-Militär hat nach eigenen Angaben auf Befehl von US-Präsident Donald Trump mit neuen Angriffen auf mehrere Ziele im Iran begonnen. „Die Angriffe sind eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Irans“, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die neuesten Maßnahmen hätten um 17:15 Uhr US-Ostküstenzeit (23:15 Uhr deutscher Zeit) begonnen. Centcom bezeichnete diese als „Selbstverteidigungsschläge“. Kurz zuvor hatte Trump bereits weitere Angriffe für „heute“ angekündigt. „Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern.„Wir werden sie heute wieder hart treffen“, sagte Trump dann wenige Stunden später im Weißen Haus. „Wir standen kurz vor einem Abkommen, aber sie halten uns hin, sie halten uns weiterhin zum Narren.“ Er wollte sich nicht dazu äußern, ob das auch Angriffe auf Brücken und zivile Infrastruktur beinhalten würde. Damit hatte Trump dem Iran zu Beginn des Kriegs gedroht und war dafür international scharf kritisiert worden. Er forderte den Iran auf, ein Abkommen mit den USA zu unterzeichnen. „Wir standen kurz vor einem Abkommen, aber sie halten uns immer wieder hin“, sagte Trump. In der Nacht zum Mittwoch hatten sich die beiden Seiten nach dem Absturz eines US-Kampfhubschraubers Gefechte geliefert. Auch in den vergangenen Tagen AngriffeIn den vergangenen Tagen kam es trotz einer Waffenruhe im Iran-Krieg zu gegenseitigem Beschuss. Am Sonntag feuerten Irans Streitkräfte gut zwei Monate nach Beginn der Feuerpause erstmals wieder Raketen auf Israel. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer sofortigen Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklärten, ihre Angriffe einzustellen.In der Nacht zu Mittwoch bombardierte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers eigenen Angaben zufolge im Iran Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen. Trump hatte zuvor den Iran für den Absturz verantwortlich gemacht und Vergeltung angekündigt. Iranischen Angaben zufolge wurden bei den Bombardierungen mit zwei Wasserspeichern auch zivile Infrastruktur zerstört.Irans Präsident kritisierte die Angriffe scharf. „Die Infrastruktur eines Landes ist die Lebensader der Menschen“, schrieb Massud Peseschkian auf X. „Wer mit Angriffen auf Verkehrsnetze, Stromversorgung oder Wasserindustrie droht, demonstriert keine Stärke, sondern nur Verzweiflung.“Lesen Sie auchSorgen vor neuer regionaler EskalationDer Iran griff daraufhin Medienberichten nach US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Flugabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen. Die Golfstaaten gerieten im Iran-Krieg bereits mehrfach unter Beschuss, darunter auch ihre Metropolen und Energieanlagen.Die USA und Israel hatten Ende Februar ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Zuletzt hatten die militärischen Spannungen und gegenseitige Angriffe wieder Sorgen vor einer neuen regionalen Eskalation befeuert. Seit Wochen verhandeln die Kriegsparteien über ein dauerhaftes Ende des Konflikts, bislang ohne Durchbruch. Erst am Mittwoch traf iranischen Berichten zufolge eine Delegation aus Katar in Teheran ein, um im Krieg zu vermitteln.Seit Monaten Streit um die Straße von HormusTrump hatte dem Iran Anfang April kurz vor Einigung über eine Feuerpause noch mit Vernichtung und Angriffen auf Kraftwerke und zivile Infrastruktur gedroht. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, hatte der US-Präsident sogar gewarnt. Rund 90 Minuten vor Ablauf eines Ultimatums kündigte er dann eine Waffenruhe an. Hintergrund war der Streit um die Straße von Hormus.Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern. Washington versucht seit Wochen, dass die Straße von Hormus wieder frei befahrbar wird. Die weltweiten Energiepreise schossen mit Kriegsbeginn nach oben.AP/dpa/lay/saha/ceb