Der Einschlag eines Himmelskörpers vor 66 Millionen Jahren auf der heutigen mexikanischen Halbinsel Yucatán löschte rund 75 Prozent des irdischen Lebens aus. Gleichzeitig entstand durch das in das Gestein einsickernde Meerwasser ein gigantisches hydrothermales System unterhalb des Kraters.Anzeige

Dieses Netzwerk aus heißem Wasser und porösem Gestein bot ideale Bedingungen für mikrobielles Leben, wie in einer im Wissenschaftsmagazin Communications, Earth & Environment veröffentlichten Studie zu lesen ist. Bisherige Computermodelle gingen von einer Lebensdauer dieses Systems von knapp zwei Millionen Jahren aus, was nun deutlich nach oben korrigiert werden musste.

Langlebiges Biotop im tiefen Untergrund

Ein Team von Forscher:innen der schottischen Universität Glasgow sowie weiterer Institutionen untersuchte Bohrkerne aus dem inneren Ringwall des Kraters. Dabei stellten sie fest, dass das hydrothermale System mindestens acht Millionen Jahre lang aktiv blieb und somit viermal länger existierte als bisher angenommen.Anzeige

Um diese gewaltige Zeitspanne methodisch abzusichern, reichte ein einfacher Blick auf das Gestein nicht aus. Das Team kombinierte stattdessen aufwendige Isotopenmessungen der geborgenen Proben mit neuen physikalischen Computersimulationen.