Die, die immer für das Projekt waren: Zu diesem Personenkreis gehört die neue Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU), die stets zu den glühendsten S-21-Fans zählte. Sie sieht vor allem die DB in der Verantwortung: "Die Bahn hat bei der Umsetzung gravierende Fehler gemacht" und müsse nun zeigen, "dass sie noch Großprojekte kann", teilt Razavi auf Kontext-Anfrage mit. “Ich erwarte von der Bahn ein klares Bekenntnis, dass sie zu dem Projekt steht und es ohne Abstriche fertigstellt.” Und die Ministerin kündigte an: "Als Land werden wir Druck auf die Bahn machen. Weitere zeitliche Verzögerungen oder Abstriche bei der Qualität des Projekts darf es nicht geben."
Probleme mit ETCS und Notstromversorgung
Ob es bei 2031 bleibt, wird sich zeigen. Die Probleme, über die verschiedene Medien seit Montag berichten, scheinen doch recht tiefgreifender und umfassender Natur zu sein. Und auch wenn es bei einem derart komplexen Projekt nicht gerade erstaunlich ist, dass es zu Fehlern kommt – manches ist schon haarsträubend.
Als erstes berichtete am Montagnachmittag die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über die erneuten Verzögerungen. Über die Gründe äußerten sich die Autor:innen Corinna Budras und Rüdiger Soldt nur vage: So bekomme die Bahn beziehungsweise die Projektgesellschaft PSU (DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH) die Probleme bei der Ausstattung mit dem digitalen Zugleitsystem ETCS nicht hin, außerdem soll es "drastische Versäumnisse" gegeben haben "in der Planungssteuerung und der Bewertung der Risiken". Und nicht zuletzt sollen neue Sicherheitsvorschriften "durch die völlig neue geostrategische Lage und wegen der höheren Kriegsgefahr" ein weiterer Verzögerungsfaktor sein, konkret: die Einrichtung eines besseren Notstromversorgungskonzepts im Bahnhof. Hierfür könnte dann die DB tatsächlich nichts.












