Wer derzeit am Alex unterwegs ist, braucht Nerven und Multitasking-Fähigkeit. Der richtige Weg erschließt sich nicht mehr im Vorbeigehen, sondern nur noch im Modus Baustellen-Parcours: Schilder lesen, ausweichen, abbremsen, neu ansetzen. Bauzäune, Umleitungen, verengte Wege, provisorische Hinweise und versperrte Sichtachsen machen den Platz zur Geduldsprobe für Fußgänger. Der Alex wächst derweil in die Höhe. Und am Boden wird es komplizierter.

Für Passanten bedeutet das: Der kürzeste Weg ist selten der einfachste. Vom S-Bahnhof zur Tram, vom Einkaufszentrum zur U-Bahn, vom Fernsehturm Richtung Rathausstraße – überall zwingt der Platz zur Improvisation. Menschen mit Rollkoffern suchen den Ausgang. Lieferdienste kreuzen Fußgängerströme. Touristen bleiben vor Bauzäunen oder Hausfassaden stehen, weil die gewohnte Blickachse plötzlich endet. Wer mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, spürt besonders, was Baustellen im öffentlichen Raum bedeuten: Jeder Meter zählt.

„Man findet sich selbst als Berliner nur schwer zurecht“

Diese Erfahrungen hat auch Liane aus Marzahn gemacht. „Hier findet man sich selbst als Berliner nur schwer zurecht“, sagt die 51 Jahre alte Verkäuferin. „Auf dem Platz gibt es keinen einzigen Hinweis, wo was sich befindet und welche Richtung man einschlagen muss“, fasst sie die Missstände zusammen. Die wenigen Hinweisschilder im U-Bahnhof würden da auch nicht helfen.