Die RAG-Stiftung wehrt sich gegen Vorwürfe des Bundesrechnungshofs. Die Prüfer hatten „zu hohe Einzelrisiken bei Kapitalanlagen“ kritisiert und der RAG-Stiftung vorgeworfen, ihr Vermögen „unwirtschaftlich“ angelegt zu haben. Die Essener Stiftung ist gegründet worden, um die aus dem Bergbau entstandenen „Ewigkeitskosten“ zu tragen, also unter anderem dafür zu sorgen, das Grubenwasser aus den stillgelegten Steinkohlezechen in Deutschland zu pumpen.Bernd Tönjes, der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung, sagte am Mittwoch vor Journalisten, dass die Stiftung den Bericht „sehr ernst“ nehme, aber einige Vorwürfe nicht nachvollziehen könne. Seit dem Jahr 2018 und dem Ende des Steinkohlebergbaus hat die Stiftung etwas mehr als zwei Milliarden Euro in die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben gesteckt. „Diese Summe hat die Stiftung geräuschlos geleistet und zwar ausschließlich aus Erträgen, nicht aus der Substanz.“ Im vergangenen Jahr betrugen die Kosten 309 Millionen Euro. Mit ihren Beteiligungen hatte die Stiftung im selben Zeitraum einen Jahresüberschuss von 420 Millionen Euro erzielt und die Rücklagen abermals gesteigert. Sie betragen inzwischen mehr als zehn Milliarden Euro.Bergbaukosten betragen jährlich rund 300 Millionen EuroBegonnen hatte die Stiftung Ende 2007 mit einem Vermögen von sechs Milliarden Euro, was einzig aus einer hundertprozentigen Beteiligung am Essener Spezialchemiekonzern Evonik bestand. Ende April dieses Jahres betrug das Vermögen der Stiftung rund 16,5 Milliarden Euro. In wirtschaftlich besseren Zeiten waren es auch schon mal mehr als 22 Milliarden Euro. Unter anderem den Rückgang des Vermögens sieht der Bundesrechnungshof in seinem Bericht kritisch und wirft der Stiftung unter anderem vor, zu viel Geld in die Finanzierung von Start-ups zu stecken.Vorstandschef Tönjes argumentiert, dass nicht die Höhe des Stiftungsvermögens entscheidend sei, sondern dass die Einnahmen die Ausgaben stets überstiegen. Das sei bisher immer gelungen. „Wir sind in Deutschland ja zuweilen ganz gut darin, uns kleinzureden. Aber irgendwo ist auch mal gut“, sagte Tönjes. Selbst wenn es in den kommenden Jahren keinerlei Einnahmen mehr gebe, wären die Kosten für die Bergbaunachsorge durch die Rücklagen für mehr als 30 Jahre gesichert. Dafür, dass die Stiftung kein Geld mehr verdiene, gebe es keine Anzeichen, im Gegenteil. „Wir zahlen jedes Jahr zuverlässig ein. Wir leben auskömmlich von unseren Kapitalerträgen und werden es auch zukünftig tun“, sagte Tönjes.Doch kündigte der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung an, das Beteiligungsportfolio, das inzwischen mehr als 20.000 Unternehmen umfasst, vereinfachen zu wollen. Außerdem wolle die Stiftung die Abhängigkeit von großen Beteiligungen reduzieren, wie etwa die Beteiligung an Evonik. An dem Spezialchemiekonzern hält die RAG-Stiftung 44 Prozent und will diese langfristig auf 25,1 Prozent verringern. Eine Veränderung des Aktienkurses von Evonik um einen Euro bedeutet eine Schwankung im Stiftungsvermögen von rund 200 Millionen Euro. Alleine die Kursschwankungen von Evonik im vergangenen Jahr haben das Vermögen der RAG-Stiftung zeitweise um eine Milliarde Euro gedrückt.
RAG-Stiftung wehrt sich gegen Kritik an Vermögenslage
Seit dem Ende des Steinkohlebergbaus bezahlt die RAG-Stiftung unter anderem die Grubenentwässerung und verdient das Geld dafür mit Kapitalanlagen. Der Rechnungshof ist damit nicht zufrieden, doch die Stiftung wehrt sich.







