Eine einzige Rolle reichte, um ihn unsterblich zu machen: Als wortkarger U-Boot-Kommandant „der Alte“ in Wolfgang Petersens Welterfolg „Das Boot“ (1981) wurde Jürgen Prochnow zur internationalen Größe. Es folgten Hollywood, Dreharbeiten mit Marlon Brando, Blockbuster wie „Air Force One“ und „The Da Vinci Code“. An diesem Mittwoch wird Prochnow 85 Jahre alt – und feiert dort, wo seine Geschichte begann: in Berlin.
Kindheit in den Trümmern von Berlin
Geboren am 10. Juni 1941, wuchs Prochnow als Kind in den Weltkriegstrümmern Berlins auf. Prägende Männerfigur war sein Großvater – der Vater kehrte erst 1947 ausgezehrt aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück.Später zog die Familie nach Düsseldorf. Dort spielte der Sohn eines Fernmeldeingenieurs zwar Schultheater, doch die Eltern bestanden zunächst auf etwas Solidem: einer Banklehre. Nebenher arbeitete Prochnow als Statist und Beleuchter am Düsseldorfer Schauspielhaus – die Bühne ließ ihn nicht los. Mit Anfang 20 schaffte er die Aufnahme an der renommierten Essener Folkwang-Schule, 1972 holte ihn Star-Regisseur Peter Zadek ans Theater nach Bochum.
„Das Boot“: Die Rolle seines Lebens – die er nie wollte
Ins Kino strebte Prochnow eigentlich gar nicht. „Das Boot“ sei ihm „mehr oder weniger passiert“, sagte er einmal. Doch die Zusammenarbeit mit Wolfgang Petersen, die 1973 mit einem „Tatort“ begann, wurde schicksalhaft: Petersens U-Boot-Epos machte den Berliner 1981 weltberühmt – und öffnete ihm die Türen Hollywoods.Geärgert hat sich Prochnow nie darüber, dass ihn Zuschauer bis heute vor allem als Kaleu kennen. Im Gegenteil: Den prägendsten Eindruck habe kein anderer seiner Filme hinterlassen, sagte er der Süddeutschen Zeitung – qualitativ sei es wohl das Außergewöhnlichste seiner Karriere.










