Es gibt in jedem Job und mit jedem Boss ein paar Kröten zu schlucken – entweder man findet einen Umgang damit oder sucht sich einen neuen Job. Getty Images Mein Chef beendet jedes Meeting mit: «Wir sind eine Familie.» Wir sind es nicht. Muss ich nicken? – Anonym, per E-MailLieber Anonymer, ich kenne einen Chef, der jedem Angestellten eine elektrische Getreidemühle schenkt, der schlanken Linie wegen. Bei diesem Angriff auf Intimsphäre und Mikrobiom ist ein «Wir sind eine Familie» fast harmlos. Aber ich verstehe, dass dieses verbale Gekuschel nervt, zumal in der Familie noch Gefühle ins Spiel kommen, von denen man froh sein kann, wenn man sie nicht zur Arbeit mitnimmt.Trotzdem würde ich den Satz als patriarchale Marotte hinnehmen – ein sichtbar gemachter Herrschaftsanspruch, der so oder so mit am Konferenztisch sitzt. Leider gehört es zum Kapitalismus, dass man in einem Angestelltenverhältnis die eine oder andere Kröte schlucken muss. Kinder, Carport und Kreuzfahrt finanzieren sich leider nicht von allein. Der einzige Trost, den ich anbieten kann, ist, dass so gut wie jeder Mensch über seinen Arbeitsplatz klagt, fragen Sie Friedrich Merz.Ihre Fragen senden Sie bitte an: hatdasstil@nzz.ch Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Für meinen Chef gehöre ich «zur Familie» – geht’s noch?
Mein Chef beendet jedes Meeting mit: «Wir sind eine Familie.» Wir sind es nicht. Muss ich nicken? – Anonym, per E-Mail








