Das DIW hat seine Prognose für die Wirtschaftsentwicklung im aktuellen Jahr deutlich nach unten angepasst. Die Ökonomen sehen Deutschland derzeit in einer Rezession. Eine Erholung sei primär durch staatliche Investitionen zu erwarten.
10.06.2026, 14.31 Uhr
Hüttenwerk und Steinkohlekraftwerk in Duisburg
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht Deutschland angesichts des aktuellen Energiepreisschocks vorübergehend in einer Rezession. Im laufenden Frühjahrs- und im Sommer-Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung leicht schrumpfen, erklärten die Berliner Ökonomen zu ihrer aktualisierten Konjunkturprognose. Bei zwei Quartalen in Folge mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt sprechen Fachleute von einer technischen Rezession. Zum Jahresende werde sich die Wirtschaft, auch dank des Finanzpakets der Bundesregierung, stabilisieren.
»Dass die Wirtschaft in diesem Jahr überhaupt noch wächst, ist allein der öffentlichen Hand zu verdanken«, sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum und für nächstes Jahr mit plus 0,8 Prozent.Im März und damit kurz nach Beginn des Irankriegs hatte das DIW für dieses Jahr noch 1,0 Prozent Wachstum erwartet und für 2027 mit 1,4 Prozent gerechnet. »Der Energiepreisschock bremst die Erholung spürbar – aber wir erleben kein zweites 2022/23«, erklärte Dany-Knedlik. »Der Schock ist kleiner, die Energieversorgung ist noch gesichert, und Deutschland ist heute weniger abhängig von fossilen Importen als nach Beginn des Ukrainekriegs.«










