Nach Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle an französischen Schulen sind in Paris seit Jahresbeginn 132 Schülerbetreuerinnen und -betreuer von der Arbeit suspendiert worden, 52 davon wegen des Verdachts sexualisierter Gewalt oder sexuellen Missbrauchs. Das teilte der neue Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire am Dienstag bei einem Schulbesuch mit.

Der Sozialisit Grégoire kündigte zudem die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission unter der Leitung eines ehemaligen Jugendrichters an. Dieser werde »freie Hand haben, Empfehlungen auszusprechen und alle Geschehnisse zu analysieren«. Grégoire sagte: »Ich möchte verstehen, was in der derzeitigen Organisation noch versagen kann, und aus allem, was geschehen ist, Lehren ziehen.«Der Skandal erschüttert das Land seit Monaten. Im Fokus der Vorwürfe stehen nicht die Lehrerinnen und Lehrer, sondern Betreuerinnen und Betreuer. Für die Rekrutierung und Ausbildung des Lehrpersonals ist das Bildungsministerium zuständig. Für die Organisation des übrigen Personals gibt es weder klare Kriterien noch Anforderungen. Es geht um Fälle sexualisierter Gewalt bis hin zur Vergewaltigung, die nur schleppend aufgeklärt werden. Wie der Skandal Frankreichs Schulen erschüttert, lesen Sie hier.