84 Kitas, zwanzig Schulen und zehn Horte unter Verdacht: Die Pariser Staatsanwaltschaft spricht von flächendeckenden Ermittlungen wegen sexueller Gewalt. Am Mittwoch wurden 16 Personen festgenommen.20.05.2026, 21.29 Uhr2 LeseminutenIn Paris gingen bereits im März Menschen gegen sexuelle Gewalt an den Schulen auf die Strassen.Imago(dpa) Der Skandal um massenhafte sexuelle Gewalt an Pariser Kindergärten und Grundschulen weitet sich aus. Alleine in Zusammenhang mit Vorwürfen bezüglich eines öffentlichen Kindergartens im Stadtzentrum wurden am Mittwochmorgen 16 Personen festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen, berichtete die Zeitung «Le Monde» unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Hundert Einrichtungen in allen Arrondissements betroffenDen Betroffenen würden Vergewaltigungen von Minderjährigen, sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und Gewalt gegen Minderjährige vorgeworfen, bestätigte die Ermittlungsbehörde der Zeitung. Seit Monaten werden Eltern und Politiker in Paris von Berichten über Gewalt und Missbrauch in den Schülerhorten der Stadt aufgewühlt, denen wohl nicht immer konsequent nachgegangen wurde.Die Missbrauchsproblematik war in der Hauptstadt kürzlich Thema im Kommunalwahlkampf. Ermittlungen gegen über hundert Einrichtungen Gegen 84 Kindergärten, rund zwanzig Grundschulen und zehn Kinderhorte seien Ermittlungen aufgenommen, hatte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Sonntag im Interview dem Sender RTL gesagt. «Alle Pariser Arrondissements sind betroffen.»Bürgermeister kündigt Nulltoleranz anWie der neue Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire Anfang April mitgeteilt hatte, sind alleine seit Jahresbeginn 78 Schülerbetreuer von der Arbeit suspendiert worden, 31 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt. 2025 wurden dreissig Betreuer suspendiert, 16 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt.Der Bürgermeister kündigte einen Aktionsplan im Volumen von 20 Millionen Euro an, der ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, die Einbeziehung und Betreuung der Eltern und bauliche Verbesserungen beinhaltet. «Wir müssen alles von Grund auf neu überdenken, mit einem Ziel vor Augen: Nulltoleranz», sagte der neue sozialistische Bürgermeister.Passend zum Artikel