PfadnavigationHomePanoramaVor Fußball-WMDR Kongo meldet fast 600 Ebola-Fälle – USA fordern Reisebeschränkungen in EuropaStand: 04:36 UhrLesedauer: 2 MinutenMedizinisches Personal arbeitet in einer Ebola-Behandlungsstation in der Demokratischen Republik KongoQuelle: Gradel Muyisa Mumbere/REUTERSWegen eines wachsenden Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika ruft die US-Regierung europäische Staaten zu strengeren Einreisebeschränkungen auf. Ziel ist es, eine internationale Ausbreitung während der bevorstehenden Fußball-WM zu verhindern.Die US-Regierung hat europäische Staaten zu Einreisebeschränkungen für Reisende aus den von Ebola betroffenen zentralafrikanischen Ländern aufgefordert. Damit soll eine Ausbreitung des Virus während der am Donnerstag beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft verhindert werden. Washington habe am 1. Juni eine formelle diplomatische Note an europäische Regierungen übermittelt, sagten ein in Afrika ansässiger EU-Diplomat und eine weitere mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Eine Reaktion der EU-Staaten stehe noch aus. US-Außenminister Marco Rubio erörterte das Thema ‌am Dienstag zudem in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, wie das US-Außenministerium mitteilte. Das vorrangige Ziel bleibe der Schutz der US-Bürger.Lesen Sie auchDie US-Gesundheitsbehörde CDC hatte im vergangenen Monat ein Einreiseverbot für Ausländer verhängt, die sich in den vorangegangenen 21 Tagen in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder dem ‌Südsudan aufgehalten haben. US-Bürger müssen sich bei der Rückkehr an ausgewählten Flughäfen Kontrollen unterziehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus zu einem gesundheitlichen Notfall von internationaler Tragweite erklärt. Die US-Regierung, die wegen Kürzungen bei der Entwicklungshilfe in der Kritik steht, hat nach eigenen Angaben ‌mehr als 200 Millionen Dollar für ‌die Bekämpfung der Epidemie zugesagt und 150 Tonnen Hilfsgüter geliefert. Die Fußball-Weltmeisterschaft wird gemeinsam von den USA, ‌Kanada und Mexiko ausgetragen. DR Kongo meldet fast 600 bestätigte Ebola-FälleDie Demokratische Republik Kongo verzeichnet nach eigenen Angaben einen starken Anstieg der bestätigten Ebola-Fälle auf fast 600. Die Zahl der Infektionen mit dem Bundibugyo-Stamm des Virus sei auf 598 gestiegen, teilte die Regierung am Dienstag mit. 115 Menschen seien an der Krankheit gestorben, 22 Patienten hätten sich erholt. Der Ausbruch war am 15. Mai bekanntgegeben worden, blieb den Behörden zufolge jedoch wochenlang unentdeckt.Die Epidemie wütet in drei von bewaffneten Konflikten geprägten Provinzen: Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. In Ituri seien 17 Gesundheitszonen betroffen, in Nord-Kivu sieben und in Süd-Kivu eine. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, bei Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall oder starker Schwäche umgehend das nächste Gesundheitszentrum aufzusuchen. Misstrauen gegenüber Gesundheitspersonal und Angriffe auf Bestattungsteams und Behandlungszentren erschwerten die Bekämpfung. Die Demokratische Republik Kongo gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt, leidet jedoch unter extremer Armut und schwacher Infrastruktur. Das zentralafrikanische Land hat bereits mehrere verheerende Ebola-Ausbrüche erlebt, darunter die zweitschwerste Epidemie weltweit von 2018 bis 2020 mit mehr als 2200 Toten. Reuters/ceb