Die Demokratische Republik Kongo verzeichnet nach eigenen Angaben einen starken Anstieg der bestätigten Ebolafälle auf fast 600. Die Zahl der Infektionen mit dem Bundibugyo-Stamm des Virus sei auf 598 gestiegen, teilte die Regierung am Dienstag mit. 115 Menschen seien an der Krankheit gestorben, 22 Patienten hätten sich erholt. Der Ausbruch war am 15. Mai bekannt gegeben worden, blieb den Behörden zufolge jedoch wochenlang unentdeckt (mehr zum Ausbruch hier ).
Die Sterblichkeitsrate bei diesem Ausbruch betrage knapp 17 Prozent, teilte die Gesundheitsbehörde Africa CDC mit . Bei früheren Ebola-Epidemien lag sie teils bei mehr als 50 Prozent.Die Epidemie wütet in drei von bewaffneten Konflikten geprägten Provinzen: Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. In Ituri seien 17 Gesundheitszonen betroffen, in Nord-Kivu sieben und in Süd-Kivu eine. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, bei Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall oder starker Schwäche umgehend das nächste Gesundheitszentrum aufzusuchen.
Desinfektion eines Krankenwagens in der Provinz Ituri (DR Kongo, 9. Juni)
Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten. Derzeit liegt die Kontaktverfolgung nach Angaben der Regierung in Kinshasa bei rund 64 Prozent. Wichtig ist zudem die Entwicklung von Impfstoffen (mehr dazu hier ). Misstrauen gegenüber Gesundheitspersonal und Angriffe auf Bestattungsteams und Behandlungszentren erschweren die Bekämpfung. Die Demokratische Republik Kongo gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt, leidet jedoch unter extremer Armut und schwacher Infrastruktur. Das zentralafrikanische Land hat bereits mehrere verheerende Ebolaausbrüche erlebt, darunter die zweitschwerste Epidemie weltweit von 2018 bis 2020 mit mehr als 2200 Toten.













