Stuttgart 31 : Fiasko in Stein09.06.2026, 18:27Lesezeit: 1 Min.XXL-Verzögerung, irrwitzige Begründungen und Hunderte Millionen Euro extra: Als Bahnkunde und Steuerzahler weiß man nicht, worüber man sich am meisten ärgern soll. Es bleibt jetzt nur eins.Stuttgart, das ist die Wiege des Automobils, die Ikone deutscher Ingenieurskunst: Mercedes, Porsche, Perfektion. Oder besser gesagt: Das war einmal. Heute ragt mitten in der Stadt ein Mahnmal des Scheiterns empor, die Dauerbaustelle Stuttgart 21. In diesem Jahr sollte der verspätete Tiefbahnhof nun wirklich in Betrieb gehen. Seit Anfang der Woche ist klar, dass es noch einmal fünf Jahre länger dauern wird. Mindestens.Worüber soll man sich am meisten ärgern? Die irrwitzige Auflistung der Gründe für die XXL-Verzögerung? Die Kommunikation der Deutschen Bahn, die mit Scheibchenweise noch wohlwollend umschrieben ist? Oder die 300 bis 400 Millionen Euro Extrakosten je Jahr, die jetzt noch einmal dazukommen?Als Bahnkunde und Steuerzahler fällt einem zu der Misere kaum noch etwas ein. Außer vielleicht dies: Das Totalversagen muss schleunigst untersucht werden, und zwar nicht von der Bahn oder anderen Beteiligten mit Eigeninteressen. Davon geht der Bahnhof zwar auch nicht schneller in Betrieb, es gäbe aber zumindest die Hoffnung auf Aufklärung. Um im Bilde zu bleiben: In Stuttgart darf kein Stein auf dem anderen bleiben.