Der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev soll ein Interview mit der französischen Sportzeitung »L’Équipe« nach seinem Sieg bei den French Open abgebrochen haben. Grund dafür sei die Frage, wie er nach seinem Triumph in Paris mit jenen Kritikern umgehe, die Zverev gegenüber wegen der einstigen Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ex-Partnerinnen Bedenken äußern. Zverev habe empört reagiert und entgegnet: »Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?« Dann beendete er das Gespräch. So berichtet es die »L’Équipe« . Auf eine Anfrage des SPIEGEL hat Zverev nicht reagiert.
Zwei Ex-Freundinnen hatten in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen Zverev erhoben:2020 hatte ihm Olga Scharipowa physischen und mentalen Missbrauch vorgeworfen. Zverev wies das zurück, vor Gericht landete der Fall nicht. Nach drei Jahren teilte die Spielervereinigung ATP mit, dass eine unabhängige Untersuchung keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe gefunden habe.Brenda Patea, die Mutter seines Kindes, hatte Zverev vorgeworfen, sie im Mai 2020 nach einem Streit im Treppenhaus an die Wand gedrückt und »kräftig« gewürgt zu haben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte einen Strafbefehl gegen Zverev. Gegen die Geldstrafe von 450.000 Euro legte Zverev Einspruch ein. Im Juni 2024 endete der Fall nach drei Prozesstagen ohne Urteil. Details zur außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte: »Die Wahrheit bleibt offen.« Es gilt die Unschuldsvermutung.Das Interview habe in einer »unbeschwerten und sogar herzlichen« Atmosphäre während einer gemeinsamen Autofahrt stattgefunden, hieß es bei »L’Équipe«. Zverev habe über seinen langen Weg zum ersten Grand-Slam-Titel gesprochen, über die wichtigsten Menschen in seinem Leben, über seine Diabetes-Erkrankung. Doch dann brach Zverev, so schildert es die französische Sporttageszeitung, das Gespräch ab.












