Im „Fall Fabian“ hat am Dienstag ein für die Handyauswertung zuständiger Kommissar vor dem Landgericht Rostock Daten der Angeklagten Gina H. präsentiert. In einer 93-seitigen Power-Point-Präsentation legte ein digitaler Forensiker darin unter anderem die Kommunikation der Angeklagten am Tattag offen.Die Staatsanwaltschaft wirft der Dreißigjährigen vor, den acht Jahre alten Fabian am 10. Oktober 2025 gegen 10.50 Uhr aus seinem Zuhause in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern „herausgelockt“ zu haben. Dann soll sie ihn an einem Tümpel mit mindestens sechs Messerstichen in den Brustkorb getötet haben.Eigentlich hatte Gina H. dem Kommissar zufolge ihr Handy stets sehr intensiv genutzt. Allein vom Tag vor der Tat, dem 9. Oktober, bis zum 14. Oktober habe Gina H. mehr als 1000 Sprachnachrichten und 3000 Messenger-Nachrichten abgesetzt, schilderte der Ermittler. Doch zur vermuteten Tatzeit habe sie ihr Handy manuell für rund anderthalb Stunden ausgeschaltet. „Das ist ein besonderes Ereignis, weil das eigentlich gar nicht stattfindet.“Am 10. Oktober habe sie sich abends extrem viele Sorgen um Matthias R. gemachtZudem sei auffällig, „dass sie sich am 10.10.2025 abends extrem viele Sorgen um Matthias R. macht“, sagte der Ermittler. Für Gina H. sei das indes untypisch gewesen. „Es geht eigentlich immer nur darum, dass sie die Nähe zu Matthias R. sucht und in seine Arme möchte.“ Parallel dazu verschickte Gina H. laut Ermittler „sexualisierte Witze“ an einen anderen Mann.Als sie gegen acht Uhr am nächsten Morgen wieder zu ihrem Handy gegriffen habe, habe sie im Internet danach gesucht, ob Wildschweine Menschen fräßen, schilderte der Polizeibeamte. Dies war zuvor schon bekannt. In der lokalen Bevölkerung war der Tatort auch als sogenannte Wildschweintränke bekannt.Die Kommunikationsanalyse stützt das von der Staatsanwaltschaft angenommene Motiv Gina H.s. Demzufolge hat sie den Jungen aus einer „vagen Hoffnung“ heraus getötet, den Vater so nach der Trennung für sich zurückzugewinnen. Stichpunktartig listet die Datenanalyse die Streitpunkte der On-off-Beziehung zwischen Gina H. und Fabians Vater auf. Geldsorgen seien das größte Problem gewesen. Fabians Vater habe ständig „Geld heranschaffen“ müssen, sagte der Ermittler.Die Datenanalyse zeigt zudem weitere Streitpunkte: So soll Gina H. auf Fabians Mutter unter anderem eifersüchtig gewesen sein. „Für sie war es nicht erträglich, dass Matthias R. Kontakt zur Kindsmutter hat.“ Doch auch am zehnten Prozesstag ließ sich die Angeklagte zu den Vorwürfen nicht ein.