Am achten und neunten Verhandlungstag im Mordprozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian hat das Landgericht Rostock die Ereignisse rund um das Auffinden des Jungen, die rechtsmedizinischen Erkenntnisse sowie weitere Indizien gegen die Angeklagte Gina H. beleuchtet. Die 30-Jährige muss sich wegen Mordes an dem Jungen aus Güstrow verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 bei Klein Upahl getötet und seine Leiche anschließend angezündet haben. Der Achtjährige soll der Wiederaufnahme ihrer Beziehung zu Fabians Vater im Weg gestanden haben.

Polizist: Gina H. wirkte nicht betroffen

Am 2. Juni schilderte ein Polizist, wie Gina H. die Ermittler zu der abgelegenen Fundstelle an einem Tümpel bei Klein Upahl geführt habe. Zuvor hatte sie gemeinsam mit einer Bekannten angegeben, die Leiche bei einem Spaziergang entdeckt zu haben. Vor Gericht beschrieb der Zeuge die Angeklagte als aufgeregt, aber nicht niedergeschlagen. Er äußerte seine Überraschung, dass weder sie noch ihre Freundin sehr betroffen gewirkt hätten.

Zahlreiche Tatortfotos und eine dreidimensionale Rekonstruktion des Geländes vermittelten den Prozessbeteiligten einen Eindruck von der abgelegenen Örtlichkeit und den dort gesicherten Spuren. Ebenfalls Thema waren Schuhabdrücke, die Ermittler in der Nähe des Fundortes dokumentiert hatten. Sachverständige erläuterten ihre Untersuchungen und Vergleiche mit sichergestelltem Schuhwerk. Von Gina H. sollen Abrücke von einem Modell dort gefunden worden sein, von denen sie gleich drei Paar besitzt. Das könnte erschweren festzustellen, ob sie mehrmals am Tatort war.