Wie geht man mit einer äußerst schwierigen Situation um, in der die Wahrscheinlicht für eine positive Lösung vielleicht nur noch bei einem Prozent liegt? Der im Mai in die Regionalliga abgestiegene, einst so stolze FC Erzgebirge Aue, vormals BSG Wismut, („Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht – wir sind Wismut Aue, die Fußballmacht“) befindet sich derzeit in solch einer Lage. Aber der Reihe nach.Der jüngste Absturz in die Viertklassigkeit hat Aue und die gesamte fußballbegeisterte Erzgebirgs-Region hart getroffen, denn in den Niederungen der Regionalliga spielten die „Veilchen“ zuletzt in der Saison 2002/03. Danach folgen 16 Spielzeiten (!) in der Zweiten Bundesliga und sieben Saisons in der 3. Liga. Man mag es kaum glauben, aber in der Spielzeit 2010/11 schnupperte das kleine Aue gar am ganz großen Fußball. Manch Fan im Lößnitztal träumte schon von Duellen gegen Bayern München und Borussia Dortmund – inklusive Verkehrschaos im engen Tal, dass zum Erzgebirgsstadion führt. Lange lieferte sich damals die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt (heute Coach beim Rivalen FSV Zwickau) in der Zweiten Liga ein Duell mit Favorit Hertha BSC. Wir Berliner Journalisten entdeckten Aue plötzlich neu. Am 13., am 14. und am 15. Spieltag thronte der FC Erzgebirge sensationell an der Tabellenspitze. Am Ende reichte es für Aue zum starken 5. Rang und Hertha feierte unter Cheftrainer Markus Babbel souverän die Rückkehr in die Erste Bundesliga.