Ein internationales Forschungsteam hat mithilfe des Weltraumteleskops »James Webb« (JWST) erstmals ein inaktives schwarzes Loch aus der Frühzeit des Universums erspäht und gewogen. Der Koloss liegt im Zentrum der mehr als zehn Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie MRG-M0138, wie das Team um Andrew Newman von der Carnegie Institution for Science im Fachjournal »Science« schreibt . Das Licht dieser Galaxie stammt also aus einer Zeit, als das Universum erst etwa drei Milliarden Jahre alt war.
Inaktive schwarze Löcher sind wesentlich schwerer aufzuspüren als aktive. Aktive schwarze Löcher entlassen zwar selbst keine Strahlung, aber hineinstürzende Materie heizt sich so stark auf, dass sie im Röntgenlicht leuchtet. Im Gegensatz dazu verraten sich inaktive schwarze Löcher lediglich durch die Schwerkraftwirkung auf ihre Umgebung, insbesondere auf Sterne, die sie umkreisen.Aus dieser Schwerkraftwirkung auf Sterne in unterschiedlicher Entfernung errechnete das Team, dass das schwarze Loch im Zentrum von MRG-M0138 etwa sechs Milliarden Sonnenmassen hat. Bisher hatte man auf diese Art nur inaktive schwarze Löcher in unserer näheren kosmischen Umgebung gewogen, bis in maximal 700 Millionen Lichtjahre Entfernung. Die jetzige Messung reicht also 15-mal weiter als der bisherige Rekord.












