PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGrünen-Politikerin„Gerade ist das reale Renteneintrittsalter aus meiner Sicht zu niedrig“, sagt Ricarda LangStand: 09:51 UhrLesedauer: 2 MinutenEx-Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert bei „WELT – Die Stimme am Morgen“ die aktuelle Sozial- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. „Diese Regierung produziert am laufenden Band enttäuschte Erwartungen“, so Lang.Zu viel „Stückelwerk“, zu wenig Konzept: Die frühere Grünen-Chefin Lang kritisiert die Reformpolitik der Bundesregierung. Sie fordert einen anderen Umgang mit Frühverrentung.Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang hat die aktuelle Sozial- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Derzeit erlebe sie bei den Reformen „ziemlich viel Stückelwerk“. Die Regierung produziere dadurch immer wieder hohe Erwartungen, die sie anschließend nicht erfüllen könne. Doch ein „großer Wurf“ fehle, sagte Lang in der Sendung „Die Stimme am Morgen“ bei WELT TV.Als Beispiel nannte sie die Rentenreform. Dabei sprach sich Lang dafür aus, die sogenannte Rente mit 63 – die altersfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte – stärker zu begrenzen. Die Grünen-Politikerin stellte den früheren Renteneintritt zwar nicht grundsätzlich infrage, forderte jedoch, ihn gezielter einzusetzen. „Gerade ist das reale Renteneintrittsalter aus meiner Sicht zu niedrig.“ Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag im Jahr 2024 nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bei Altersrenten für Frauen und Männer bei 64,7 Jahren.Lesen Sie auchDie Frühverrentung solle sich aus ihrer Sicht auf diejenigen konzentrieren, die sie tatsächlich benötigten. Eine generelle Anhebung der Regelarbeitszeit bis 70 Jahre lehnt sie dagegen ab. „Das würde ich für einen Fehler halten, weil es gerade die Menschen treffen würde, die gar nicht so lange arbeiten können“, sagte Lang.Für mehr Gerechtigkeit im Rentensystem sprach sich die Grünen-Politikerin zudem dafür aus, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Das sei „nicht so sehr eine Frage der Finanzierung, aber der Gerechtigkeit“.Mit Blick auf die Reformpolitik der Bundesregierung warf sie Kanzler Friedrich Merz (CDU) mangelnde Empathie vor. Zwar würden die Menschen einsehen, dass Reformen notwendig seien. Damit sie aber auch Akzeptanz fänden, brauche es ein klares Ziel, Gerechtigkeit und Respekt gegenüber den Betroffenen. „Der Respekt für die Lebenslage der Menschen fehlt, genauso wie die Empathie bei Friedrich Merz“, sagte Lang.Lesen Sie auchLang äußerte darum ihre Sorge, dass die Bundesregierung am Ende entweder einen „sozialen Kahlschlag“ liefere oder große Erwartungen wecke, ohne die angekündigten Reformen umzusetzen. „Bisher kennen wir so ein bisschen zwei Modi von dieser Regierung: Das ist entweder der soziale Kahlschlag, also eine sozial kalte Politik. Oder es sind große Erwartungen, die geweckt werden, und am Ende kommt einfach gar nichts“, sagte Lang.Zugleich warnte Lang vor einer Politik, die sich zu stark an parteipolitischen Erfolgen orientiere. Zu oft werde bei Reformen darüber nachgedacht, welche Partei einen Erfolg für sich verbuchen könne, statt darüber, welche Auswirkungen die Maßnahmen auf die Menschen hätten. Bürger interessiere nicht, welche Partei gewinne, sondern „was kostet es, wer bezahlt es, was bedeutet es für meine Familie und wie funktioniert es“.kami
Ricarda Lang: „Gerade ist das reale Renteneintrittsalter aus meiner Sicht zu niedrig“ - WELT
Zu viel „Stückelwerk“, zu wenig Konzept: Die frühere Grünen-Chefin Lang kritisiert die Reformpolitik der Bundesregierung. Sie fordert einen anderen Umgang mit Frühverrentung.






