PfadnavigationHomePolitikDeutschlandVor offizieller Vorstellung„Absolutes Unding und völlig realitätsfern“ – Linke übt scharfe Kritik an Renten-VorschlägenStand: 01:28 UhrLesedauer: 3 MinutenSarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der LinksparteiQuelle: Elisa Schu/dpaDie Rentenkommission will ihre Vorschläge für eine Rentenreform am Dienstag vorstellen. Schon jetzt werden die Vorschläge bekannt. Die Linke sieht darin „nichts anderes als massive Kürzungen“.Die Vorschläge der Rentenkommission stoßen bereits vor ihrer offiziellen Vorstellung bei der Linken auf scharfe Kritik. Die rentenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sarah Vollath, sagte der „Rheinischen Post“ am Samstag, die Vorschläge seien „nichts anderes als massive Rentenkürzungen, bei denen die Union laut in die Hände klatscht“.„Diese Kürzungen werden vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen hart treffen, die Tag für Tag unseren Wohlstand erarbeiten“, sagte Vollath. „Schon heute schaffen es viele Menschen nicht, bis 67 zu arbeiten. Jetzt will die Rentenkommission das Arbeitsleben noch weiter verlängern.“ Dies sei „ein absolutes Unding und völlig realitätsfern“.Lesen Sie auchDass den Empfehlungen zufolge der frühere Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren – bekannt als „Rente mit 63“ – entfallen soll, kritisierte die Linkenpolitikerin ebenfalls. „So sieht doch keine Anerkennung von Lebensleistung aus“, sagte Vollath. Auch der Schritt in Richtung Kapitaldeckung sei ein „großer Fehler“. Vollath betonte: „Wir brauchen endlich wieder eine starke gesetzliche Rente, auf die die Menschen sich verlassen können.“Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission will ihren Bericht am Dienstag übergeben und vorstellen. Das Reformpaket sieht nach WELT-Informationen die Einführung der Rente mit 70 ab den 2090er-Jahren vor. Demnach soll das Renteneintrittsalter ab 2032 an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden. Insgesamt will die Rentenkommission 30 Vorschläge an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Mehr Einzahlende sollen Rentenkasse stützenDazu zählt auch der Vorschlag, einen Teil der Rentenbeiträge am Aktienmarkt anzulegen. In diese beitragsfinanzierte Kapitalsäule sollen später zwei Prozent vom Bruttolohn fließen, aufwachsend von anfangs 0,5 Prozent. Davon soll je die Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern kommen. Lesen Sie auchMit den Erträgen soll das Rentenniveau längerfristig stabilisiert werden. Bewirkt werden sollen höhere Renten für Arbeitnehmer von heute, die ab 2040 in Rente gehen. Diese individuell ausgezahlte kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Modell soll von einem Staatsfonds verwaltet werden und verpflichtend sein. Bis sie wirkt, soll es einen steuerfinanzierten sogenannten Übergangsfaktor geben, um das Absicherungsniveau der Rente übergangsweise zumindest zu stützen.Auch mehr Einzahlende sollen die Rentenkasse stützen. Künftig sollen laut Kommission auch Politiker in die Rentenkasse einzahlen müssen. Das wären zum Beispiel Abgeordnete aus dem Bundestag und den Landtagen. Eingeführt werden soll nach jahrelangen Ankündigungen auch die Einbindung der Selbstständigen in die gesetzliche Rente, wenn nicht schon etwa berufsständisch abgesichert. Die Rentenreform soll Teil eines noch weitreichenderen Reformpakets werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor einigen Tagen gesagt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir da gute Vorschläge bekommen.“ Die Botschaft sei: „Wir wollen unser Land so reformieren, dass auch nachfolgende Generationen, junge Generationen, die Chance haben, in Freiheit zu leben, im Frieden zu leben und im Wohlstand zu leben.“Kommen sollen auch Entlastungen bei der Einkommensteuer für viele Steuerzahler, Impulse für den Arbeitsmarkt und umfassende Entbürokratisierung. So wollen Union und SPD kräftige Wachstumssignale für Wirtschaft und Bevölkerung senden – während sie selbst mit einem Ansehensverlust und schlechten Umfragen zu kämpfen haben.luwi/dpa
„Absolutes Unding und völlig realitätsfern“ – Linke übt scharfe Kritik an Renten-Vorschlägen - WELT
Die Rentenkommission will ihre Vorschläge für eine Rentenreform am Dienstag vorstellen. Schon jetzt werden die Vorschläge bekannt. Die Linke sieht darin „nichts anderes als massive Kürzungen“.
Rentenkommission schlägt Rente mit 70 (ab 2090) und Aktienanlage vor; Die Linke protestiert gegen massive Rentenkürzungen. Für Tech-Leader relevant: Deutsche Rentenpolitik beeinflusst Talent-Retention und HR-Strategie im Arbeitsmarkt-Wettbewerb.













