Gestern wurde offiziell, was seit langer Zeit gärt: Der Bau des gemeinsamen europäischen Kampfjets FCAS ist gescheitert. Entwickelt werden sollte der Jet vom Unternehmen Dassault für Frankreich und dem Unternehmen Airbus für Deutschland, mit Unterstützung aus Spanien. Doch Dassault und Airbus stritten.Berlin ist zu der Einsicht gelangt, dass die beiden Konzerne ihre großen Differenzen nicht überbrücken können, deswegen habe Kanzler Friedrich Merz dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron nahegelegt, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, berichten meine Kolleginnen und Kollegen. Ganz einverstanden ist Macron damit wohl nicht. Aus dem Elysée-Palast hieß es, man nehme diese Position „zur Kenntnis“.Seis drum. Die größere, wichtigere, für Merz‘ Regierung beinahe existenzielle Herausforderung liegt derzeit ohnehin im Inland: Am Mittwoch kommen Sozialpartner und Regierung zu einem Treffen im Kanzleramt zusammen, vier von Arbeitgeberseite, vier von der Gewerkschaftsseite. Merz hätte am liebsten gemeinsame Vorschläge von beiden Seiten, hatte er am Sonntag beim Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern gesagt. Die Erwartungen an das Treffen am Mittwoch hat Merz aber bereits gedämpft, Entscheidungen stünden nicht an.Für viele SPDler gibt es heute Abend erst einmal einen Termin der angenehmeren Art: Der Seeheimer Kreis, der Flügel der konservativen Sozialdemokraten, lädt zur jährlichen Spargelfahrt auf dem Tegeler See. Dieses Jahr dabei sind ausnahmsweise zwei noch konservativere Männer: der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Söder kann die Ablenkung gut brauchen: Wegen der Kommunalwahl, bei der die CSU stark verloren hat, hat er die Reihe #söderisst eingestellt, er wolle seriöser wirken, kündigte er an. Jetzt verliert er Tausende Follower auf Instagram.Was heute wichtig istIran und Israel wollen Angriffe einstellen – Trump warnt Netanjahu vor Alleingang. Vorerst wollen Iran und Israel ihre Angriffe gegeneinander drosseln. Sollte Israel allerdings weiter gegen die Hisbollah in Südlibanon vorgehen, würden „viel härtere und vernichtendere Maßnahmen“ erfolgen, warnte das Mullah-Regime. Zuvor hatte US-Präsident Trump den israelischen Premier Netanjahu zur Deeskalation gedrängt. Zum Liveblog zum Krieg in NahostSZ-Podcast „Auf den Punkt“: Iran und Israel: Zwischen Krieg und WaffenruheKlingbeil für verpflichtende Betriebsrente. Vizekanzler und SPD-Finanzminister Klingbeil ist optimistisch, dass das Rentensystem in Deutschland stabil gehalten werden kann. Er unterstützt einen Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbundes für verpflichtende Betriebsrenten. Fürs Land sei entscheidend, dass die Wirtschaft wieder wachse. Zum Liveblog zur BundespolitikInterview mit Professor Stephen Holmes: „Eines der Geheimnisse des Populismus lautet: Er nimmt hin, dass es nicht besser werden wird“USA vor der Fußball-WM: Wir gegen die Welt! Die Motivation der US-Nationalspieler vor der Heim-WM ist so einfach wie einleuchtend: Wenn sie schon irgendwo mitmachen, dann wollen sie auch gewinnen. Und Donald Trump mag keine Verlierer. US-Trainer Mauricio Pochettino hat angekündigt, den WM-Pokal im Falle eines Sieges sogleich an Trump weiterreichen zu wollen. Zum ArtikelSZ-Podcast „Und nun zur WM“: Kommerz, Politik – und wo bleibt der Sport?Liveblog zur Fußball-WM 26: Erstes Training mit Neuer in Winston-SalemPutins Schattenflotte: Söldner an Bord. Die russische Schattenflotten umfasst mehr als 700 Schiffe: Darauf heuern auch ehemalige Wagner-Söldner und Geheimdienst-Mitarbeiter an. Mit einem Sicherheitsmann konnte ein Recherchekollektiv, zu dem auch die SZ gehört, sprechen – mit Hilfe verdeckter Recherche. Zum ArtikelApple und KI: Siri ist jetzt quasi allwissend. Sie kennt alle Mails, Nachrichten, Bilder: Apples überarbeitete Assistenzfunktion Siri ist mächtiger denn je. Für Nutzer ist es ein lang erwartetes Update – doch es birgt Risiken. In der EU kommt die Neuerung zunächst nicht zur Anwendung, es gebe regulatorische Hürden. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenNachruf: Früherer bayerischer Kultusminister Hans Maier – ein katholischer WeltbürgerBahn: Stuttgart 21 wird wohl erst 2031 fertigDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: Experten warnen vor KI-Einsatz ohne Verwaltungsreform. Ein internationales Expertengremium warnt davor, KI ohne vorherige Verwaltungsreformen einzusetzen. Ohne klare Zuständigkeiten und moderne Prozesse drohe KI bestehende Schwächen und Abhängigkeiten von Tech-Konzernen zu verstärken. Auch wichtig: Julia André von der Körber-Stiftung und Irina Eckardt von der Initiative D21 erklären im Interview, wie die digitale Resilienz von Älteren gefördert werden kann. Zum BriefingDossier Geoökonomie: Brüssel will sich gegen Importflut aus China wehren – nur wie? Zölle, Investitionsverbote, Lieferkettendiversifizierung: Die EU bastelt an einem Schutzwall gegen die übermächtige Konkurrenz aus China. Doch der Plan ist Stückwerk. Die Instrumente überschneiden sich, die Zeitpläne ziehen sich. Beim EU-Gipfel am 18. und 19. Juni wollen die Staats- und Regierungschefs wichtige Weichen stellen. Zum Briefing