Doch keine Millionen für Choupette: Lagerfelds berühmte Katze erhält nichts aus dem NachlassDie Katze Choupette war die grosse Liebe des Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Nach seinem Tod hielt sich jahrelang die Legende, das berühmte Haustier werde zur Millionenerbin. Nun hat ein Gericht entschieden: Choupette geht leer aus.08.06.2026, 16.23 Uhr3 LeseminutenKarl Lagerfeld und seine Katze Choupette.ImagoDer deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld führte ein Leben voller Luxus. Sein grösster Liebling war jedoch eine Heilige-Birma-Katze namens Choupette. Sie gilt als die wohl berühmteste und vermutlich wohlhabendste Katze der Welt. Nach Lagerfelds Tod vor sieben Jahren schien für viele Beobachter ausgemacht, dass das berühmte Birma-Kätzchen ein Vermögen erben würde. Denn Lagerfeld wurde nie müde, zu betonen, dass er nur eine grosse Liebe habe, und das sei seine Katze Choupette. Wäre es gesetzlich möglich, würde er seine Katze heiraten, sagte Lagerfeld einst in einem Fernsehinterview.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Choupette war immer mehr als ein Haustier. Sie führte bereits zu Lagerfelds Lebzeiten ein Leben, das für gewöhnliche Hauskatzen unerreichbar war. Während andere Katzen Mäuse jagten, posierte Choupette im Privatjet vor einer grossen Torte, ass mit Lagerfeld am Tisch. Ihr wurden sogar zwei Zofen zur Seite gestellt, die sich um ihr Wohl kümmerten. Die Katze war Teil der öffentlichen Inszenierung von Karl Lagerfeld, er widmete ihr einst eine ganze Fotoausstellung. Sie sei wie ein Mensch, betonte er immer wieder in Interviews und verglich seine Katze mit der Hollywood-Ikone Greta Garbo. Beide verkörperten laut Lagerfeld eine «faszinierende Eleganz».Die Katze schrieb Lagerfeld gar einen AbschiedsbriefIm Laufe der Jahre verwandelten Fotobände, Werbekampagnen und eigene Social-Media-Auftritte Choupette in eine Figur der Pop-Kultur. Während andere Katzen auf Fensterbänken dösten, posierte sie vor Kameras und wurde von Millionen Menschen wiedererkannt. Auf Instagram hat sie über 280 000 Follower. Dort werden regelmässig Bilder von ihr und von Lagerfeld gepostet. Als der Modeschöpfer im Februar 2019 starb, erschien auf dem Konto sogar ein Abschiedsbrief. Verfasst im Namen von Choupette. Die Katze, so schien es, konnte inzwischen nicht nur posieren, sondern auch schreiben.Faszinierend ist jedoch die Erzählung, die um Choupette entstand. Lagerfelds gelegentliche Bemerkungen darüber, dass sie über sein Ableben hinaus versorgt sein solle, wurden weltweit als Hinweis auf ein mögliches Erbe interpretiert. Aus Andeutungen wurde eine Legende. Je öfter sie erzählt wurde, desto plausibler erschien sie. In einer Zeit, in der Haustiere eigene Influencer-Karrieren haben und Luxus öffentlich inszeniert wird, wirkte die Idee einer Erbkatze nicht absurd, sondern fast folgerichtig.Und da sich die Regelung von Lagerfelds Nachlass aufgrund eines Erbstreits und komplizierter Abwicklungen über mehrere Jahre in die Länge zog, hielt sich die Legende hartnäckig, obwohl die juristische Wirklichkeit eine deutlich nüchternere war. Der Grund ist banal: Laut französischem Recht, Lagerfeld lebte überwiegend in Paris, können Tiere weder Geld noch Eigentum erben. Choupette war also gar nie erbberechtigt.Lagerfeld hat für die Katze vorgesorgtSo hat nun auch ein Gericht im Rahmen der Nachlassregelung entschieden: Choupette erbt nichts. Der finanzielle Nachlass von Lagerfeld in der Höhe von rund 292 Millionen Euro geht an mehrere seiner Bekannten. Unter ihnen sein Assistent Sébastien Jondeau, das amerikanische Model Brad Kroenig, dessen Sohn Hudson Kroenig und das Model Baptiste Giabiconi.Es war Giabiconi, der Choupette 2011 in Lagerfelds Leben brachte. Die damals noch junge Katze gehörte Giabiconi. Er bat Lagerfeld, während seiner Ferien für zwei Wochen auf sie aufzupassen. Lagerfeld verliebte sich in die Katze und weigerte sich, sie zurückzugeben. Giabiconi überliess ihm Choupette schliesslich, woraufhin sie zu Lagerfelds ständiger Begleiterin wurde.Und nun gehört ausgerechnet Giabiconi zu den Begünstigten des Nachlasses. Die Katze selbst nicht.Doch Choupette wird vermutlich auch ohne Erbe keine finanziellen Sorgen haben. Lagerfeld hatte bereits zu Lebzeiten vorgesorgt und seiner langjährigen Mitarbeiterin Françoise Caçote eine Immobilie sowie Geld für den Unterhalt des Tieres hinterlassen. Seit seinem Tod lebt die heute 14-jährige Katze bei Caçote in Paris.Dennoch endet mit der Klarstellung des Nachlasses eine der hartnäckigsten Legenden der Modewelt. Die berühmteste Katze Frankreichs verliert ihren Status als vermeintliche Millionenerbin. Trotz allem bleibt sie privilegierter als die meisten ihrer Artgenossen. Wahrscheinlich ist der Katze das völlig egal. Solange immer etwas zu essen im Fressnapf liegt. Oder im Fall von Choupette eben im Teller auf dem Tisch. So viel Luxus muss eben doch sein.Passend zum Artikel