Van Aken sagte, Merkel könne ausgleichend wirken. Bereits seit Mai taucht der Name der früheren Kanzlerin in der Debatte auf.Der Kreml hatte hingegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. »Den finden wir alle doof«, sagte van Aken flapsig, seriös sei der Vorschlag nicht. Aber mit dem Vorstoß habe Russland erstmals überhaupt das Wort »Verhandlungen« in den Mund genommen. Daran müsse man anknüpfen. Merkel könne er sich als seriöse Gesprächspartnerin vorstellen, die sowohl EU-Perspektiven mitdenken kann, als auch sowohl in Moskau wie Kyjiw ernst genommen werde. Dass es noch in diesem Jahr ernsthafte Gespräche zwischen beiden Kriegsländern geben wird, davon ist van Aken überzeugt. »Nur Europa kann die Verhandlungen voranbringen«, schob er nach.

Am Sonntagabend kamen unterdessen Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer in London zusammen, um über weitere Unterstützung für die Ukraine und die Chancen für Verhandlungen mit Russland zu beraten. Wenig später traf auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein.Putin zeigte sich gegenüber einer europäischen Beteiligung grundsätzlich offen, hat jedoch eigene Vorstellungen: Vergangene Woche traf er sich mit Schröder im Moskauer Kreml. Schröder war nach seiner Kanzlerschaft als Lobbyist bei russischen Energieunternehmen eingestiegen. Er hat sich zwar vom russischen Angriff auf die Ukraine distanziert, seine freundschaftliche Verbindung zu Putin aber weiter aufrecht gehalten.