Fußball galt in der Eishockey-Nation Kanada lange als Leidenschaft der Einwanderer. Heute wollen die meisten Jugendlichen lieber kicken.

Genau vierzig Jahre ist es her, dass erstmals ein kanadisches Team bei einer Fußball-Weltmeisterschaft antrat. Auch damals wurde in Mexiko gespielt, und Kanada scheiterte schon in der Vorrunde. Nun feiert das Land seine Premiere als (Mit-)Ausrichter des Turniers.

Konzipiert wurde die diesjährige WM als Fest des nordamerikanischen Fußballs. Doch seit 2018, der siegreichen Abstimmung in Moskau, ist viel passiert. Mit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus veränderte sich die politische Landschaft so dramatisch, dass die gemeinsame Gastgeberschaft mit den USA eine neue Bedeutung bekam.

Die Vereinigten Staaten haben Reisebeschränkungen für Bür­ge­r:in­nen aus einer Vielzahl von Staaten verhängt, darunter den WM-Teilnehmern Haiti, Iran, Senegal und der Elfenbeinküste. Deren Fans können mit einem Touristenvisum aktuell nicht in die USA einreisen. Human Rights Watch warnte, dass das Turnier in einem Klima der Angst beginne, geprägt von aggressiver Einwanderungspolitik und einer Regierung, die Feindseligkeit gegenüber Außenstehenden zu ihrem Leitprojekt gemacht hat.