Wieso sich die Zähne mancher Menschen besonders schnell verfärben: fünf Ursachen im Überblick und was Betroffene beachten könnenEine Dentalhygienikerin kennt das Problem: Es gibt Zähne, die Verfärbungen geradezu anziehen. Und sie weiss, weshalb das so ist.Eva Mell06.08.2025, 05.30 Uhr3 LeseminutenIllustration Simon Tanner / NZZLeserfrage: Meine Zähne verfärben sich so schnell, dass ich alle paar Monate zur Zahnreinigung müsste. Bei meiner Frau ist das ganz anders. Wir essen und trinken dasselbe, rauchen nicht, benutzen dieselbe Zahnpasta. Worin liegt der Unterschied?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Hartnäckige Verfärbungen sind weg, die Zähne strahlen geradezu: Eine professionelle Zahnreinigung ist auch aus ästhetischen Gründen lohnend. Bei manch einem sind die Zähne allerdings auch danach dunkler als bei anderen. Und bei einigen kommt es darüber hinaus schnell wieder zu Verfärbungen.Das fällt auch Conny Schwiete immer wieder auf. Sie ist Zentralpräsidentin von Swiss Dental Hygienists, das ist der Verband der Schweizer Dentalhygienikerinnen und -hygieniker. Sie nennt fünf wichtige Gründe, warum sich Zähne unterschiedlich stark verfärben.Genetik und individuelle Zahnstruktur: «Die Farbe und die Anfälligkeit der Zähne für Verfärbungen sind stark genetisch bestimmt», sagt Conny Schwiete. Worauf wir blicken, wenn wir einen Zahn anschauen, ist der Zahnschmelz. Er ist bei jedem Menschen ein wenig anders zusammengesetzt und unterschiedlich dick. Darunter liegt das Zahnbein, auch Dentin genannt. Es ist gelblich. Ist der darüberliegende Zahnschmelz eher dünn und besonders durchsichtig, so scheint die gelbe Farbe des Dentins hervor. Bei manchen werden die Zähne also auch nach einer professionellen Reinigung gelblich erscheinen.Unterschiede in der Oberflächenstruktur der Zähne: Wer einen Zahn ganz genau betrachtet, der sieht: Auf der Oberfläche sind winzige Furchen zu sehen. «Je nach individueller Ausprägung lagern sich Raucherverfärbungen oder Farbpigmente zum Beispiel aus Kaffee, Tee oder Rotwein bei manchen Menschen schneller in diesen Vertiefungen ab als bei anderen», erklärt Schwiete. Tabakrauch und die genannten Getränke sind auch laut einer vielzitierten wissenschaftlichen Übersichtsarbeit aus dem «British Dental Journal» ein wichtiger Grund für Zahnverfärbungen. Wer zu Verfärbungen neigt und das verhindern möchte, könnte also ausprobieren, darauf zu verzichten.Verschieden zusammengesetzte Mundflora: Die Bakterienvielfalt im Mund kann ebenfalls Verfärbungen begünstigen. Im Kindesalter können sogenannte chromogene Bakterien dunkle Stellen auf den Zähnen verursachen, die aber harmlos sind. In der Regel verschwindet das Problem im Laufe der Pubertät. Conny Schwiete ergänzt in Bezug auf das Erwachsenenalter: «Die Zusammensetzung der Mundflora kann auch beeinflussen, wie schnell sich Zahnbelag bildet und wie stark Farbstoffe an den Zähnen haften bleiben.»Alterungsprozesse: «Mit zunehmendem Alter wird der Zahnschmelz bei manchen Menschen dünner, wodurch Verfärbungen sichtbarer werden», sagt die Dentalhygienikerin Schwiete. Auch in der bereits erwähnten wissenschaftlichen Übersichtsarbeit aus dem «British Dental Journal» wird das Altern als eine von mehreren Ursachen für Verfärbungen an den Zähnen genannt. Es heisst darin, es könne sich mit dem Alter Sekundärdentin im Zahn bilden. Zur Erinnerung: Dentin ist die gelbliche Schicht unter dem Zahnschmelz. Je mehr Dentin im Zahn ist, desto weniger lichtdurchlässig ist er und desto dunkler erscheint er.Putztechnik und Mundhygiene: Selbst wenn sich die Massnahmen zweier Menschen rund um die Mundhygiene stark ähneln, kann es sein, dass der eine schneller Verfärbungen bekommt als der andere. Und dies sogar, wenn beide dieselbe Zahnpasta und Zahnbürsten derselben Firma nutzen. Die Dentalhygienikerin Conny Schwiete sagt dazu: «Kleine Unterschiede in der Putztechnik oder -intensität können dazu führen, dass sich bei einer Person schneller Verfärbungen bilden.»Was in Studien zum Thema Zahnverfärbungen ausserdem immer wieder auffällt, ist Chlorhexidin. Das Antiseptikum tötet Bakterien und wird als Mundspüllösung verwendet oder als Lack auf die Zähne aufgetragen. Ein unschöner Nebeneffekt: Es kann braune Stellen auf den Zähnen hinterlassen. Das bedeutet aber nicht, dass jede Mundspülung die Zähne verfärbt. Chlorhexidin wird für gewöhnlich kurzfristig in speziellen Fällen eingesetzt und ist nur in wenigen Mundspüllösungen enthalten.Zurück zur Putztechnik: Schön wäre es, wenn man auf ein Schema F verweisen könnte, auf eine universell gültige Technik, mit der der Putzerfolg garantiert ist. Aber die gibt es nicht. In der Leitlinie zur Prävention von Karies heisst es: «Bisher konnte keine Zahnputztechnik identifiziert werden, die einer anderen überlegen ist. Es soll bei Mundhygieneinstruktionen eine individuell geeignete Technik empfohlen werden.» Eine professionelle Zahnreinigung mit persönlicher Beratung könnte also dazu beitragen, den nächsten Termin erst mit etwas grösserem Abstand wahrnehmen zu müssen.Passend zum Artikel