Die Wahrheit: Blutige Saboteure im Zwielicht
Wie wird man eigentlich Wegwerfagent? Zu Besuch bei einer Agentur, die Billigspione mit der Lizenz zum Versagen vermittelt.
Von Glitzer und Glamour im Scheinwerferlicht können Wegwerfagenten nur träumen
„Schon als Kind konnte ich mich für die glamourfreie Welt der Wegwerfagenten begeistern“, erzählt Egon Elster. „Bei James-Bond-Filmen habe ich immer für die namenlosen Handlanger der Gegenseite gehalten, die massenhaft im Kugelhagel umkommen. Das waren für mich die wahren Helden. Meine Eltern haben meinen Berufswunsch immer unterstützt und mir von klein auf jedes Selbstvertrauen genommen. Nur dann ist man wirklich bereit, sich von anonymen Mächten benutzen und dann wegwerfen zu lassen.“
Der mausgraue Mittvierziger mit dem angeklebten schwarzen Schnauzbart hat mit seiner klandestinen Castingagentur „Henchmen & Redshirts“ im eher beschaulichen Berliner Stadtteil Mariendorf Deutschlands erste analoge Vermittlungsbörse für entbehrliche Agenten gegründet. „Wir vermitteln Saboteure für Betriebsfeiern und Hochzeiten, spähen aber auch kritische Infrastruktur für fremde Mächte aus und setzen Desinformationskampagnen ins Werk. Wichtig ist allein, dass unseren Mitarbeitern keine Vorkenntnisse abverlangt werden. Wir arbeiten ausschließlich mit blutigen Laien und nützlichen Idioten – am liebsten aber mit kompletten Vollhonks, denen die Konsequenzen scheißegal sind.“









