Auf der re:publica, der alljährlichen großen Konferenz zur »digitalen Gesellschaft«, legten im Frühjahr zwei Autoren ihre Karten offen auf den Tisch. Sie nannten bei einem Podiumsgespräch spontan Zahlen, über die normalerweise Stillschweigen bewahrt wird: Hanno Sauer, der mit seinem Buch Klasse über die Entstehung von Oben und Unten gut im Geschäft war, hatte von seinem Verlag zuletzt einen Vorschuss von 160.000 Euro erhalten. Mareice Kaiser, die mit ihrem vorletzten Buch über die Frage Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, meinte daraufhin: »Ich 15.000. Ich hab' noch nie in meinem ganzen Leben 160.000 Euro für irgendwas bekommen, noch nie in meinem ganzen Leben.« In den sozialen Medien herrschte danach große Aufregung über die Ungleichheitsverhältnisse.
Literaturagenten: Die heimlichen Herrscher des Buchmarkts
Sie verhandeln Vorschüsse, sie prägen Trends, sie machen Weltliteratur – und sind selbst unsichtbar. Ein neues Buch aus den USA nimmt Literaturagenten unter die Lupe.






