PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegVor dem Treffen mit Merz, Macron und Starmer richtet Selenskyj noch eine Botschaft an EuropaStand: 18:58 UhrLesedauer: 3 MinutenWolodymyr Selenskyj, ukrainischer PräsidentQuelle: via REUTERS/Christine OlssonDer ukrainische Präsident Selenskyj trifft Merz, Macron und Starmer in London zu einem Vierer-Gipfel. Es sollen inhaltliche Linien für mögliche Verhandlungen im Ukraine-Krieg abgesteckt werden. Zuvor richtet er noch eine Botschaft an Europa.Vor dem Londoner Vierer-Gipfel zum Ukraine-Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt, dass die Europäer an möglichen Friedensgesprächen mit Russland teilnehmen sollen. „Europa muss Teil der Verhandlungen sein und sich stark zeigen“, schrieb er vor seinem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer auf X.Die vier Staats- und Regierungschefs wollten am Abend in der britischen Regierungszentrale in London zusammenkommen, um über eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges zu sprechen. Zudem soll es laut Selenskyj um Militärhilfe für den Abwehrkampf gegen Russland und die gemeinsame Stärkung der europäischen Luftverteidigung gehen. Es sei wichtig, „alles zu erörtern und uns auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs auf die wesentlichen Punkte zu einigen“, schrieb der ukrainische Präsident.Selenskyj hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Donnerstag direkte Gespräche vorgeschlagen, war damit aber zunächst auf dessen Ablehnung gestoßen. Trotzdem will sich der ukrainische Staatschef nun mit den europäischen Verbündeten auf mögliche neue Verhandlungen vorbereiten.USA nicht mehr so stark in Vermittlung involviertDie USA vermitteln seit Anfang vergangenen Jahres zwischen Russland und der Ukraine. Inzwischen sind die Bemühungen aber weitgehend zum Erliegen gekommen und die Amerikaner scheinen das Interesse daran zu verlieren. US-Außenminister Marco Rubio sagte vor zwei Wochen, aus US-Sicht könnten gerne auch andere versuchen, den Krieg in der Ukraine zu beenden.Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren als sogenannte E3 schon im vergangenen Jahr involviert und nahmen die Rolle der europäischen Unterhändler ein. Zuletzt waren sie aber nur noch Zuschauer. Angesichts des schwindenden Engagements der US-Amerikaner sehen sie nun eine Chance, zurück ins Spiel zu kommen. „Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland“, heißt es aus deutschen Regierungskreisen.Anders als die USA sehen die Europäer sich nicht als Vermittler, sondern als Verbündete der Ukraine. Sie unterstützen das Land massiv mit Waffenlieferungen und belegen Russland gleichzeitig mit Sanktionen, um Druck auf Moskau aufzubauen, den Krieg zu beenden. Wenn sie in die Verhandlungen einsteigen, werden sie an der Seite der Ukraine stehen und nicht als Moderator auftreten.Putin steht einer europäischen Beteiligung grundsätzlich offen gegenüber, hat aber seine eigenen Vorstellungen. So brachte er den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als europäischen Unterhändler ins Spiel und traf sich mit ihm im Moskauer Kreml. In London sollte nun – bevor es darum geht, wer die Unterhändler sind – die inhaltliche Linie für mögliche Verhandlungen geklärt werden. Aus deutscher Sicht braucht es für den weiteren Prozess einen „klaren politischen Kompass“ und ein „klares Zielbild“.dpa/lay