Selenskyj kündigt Beratungen mit Merz, Starmer und Macron anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute mit den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über den stockenden Friedensprozess beraten. „Ich habe ein Gespräch mit den Partnern der E3 (Europa 3) geplant“, sagte er in einer Videobotschaft, die in der Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew aufgezeichnet wurde. „Wir werden darüber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können“, sagte Selenskyj, ohne weitere Details zu nennen. Angaben zum Format des Gesprächs machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dürfte es auf eine Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer hinauslaufen. Tote nach Gleitbombenangriff in Ostukraine Durch russische Gleitbomben- und Drohnenangriffe sind im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk vier Zivilisten getötet und weitere fünf verletzt worden. In der frontnahen Kleinstadt Druschkiwka seien zunächst drei Männer durch den Abwurf der Gleitbomben ums Leben gekommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft auf Telegram mit. Eine Stunde später habe eine Drohne einen Pkw getroffen, ein Insasse sei getötet worden. Druschkiwka liegt südlich von Kramatorsk und nur etwa 20 Kilometer von den vordersten russischen Linien entfernt. Baltische Staaten fordern mehr NATO-Unterstützung bei LuftverteidigungEstland, Lettland und Litauen wollen nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Baltikum bei den NATO-Verbündeten auf mehr Hilfe bei der Luftverteidigung dringen. Die drei Staaten wollen zudem in koordinierter Form auf unbelegte Behauptungen aus Moskau reagieren, wonach sie ihr Territorium und ihren Luftraum für ukrainische Angriffe gegen Russland zur Verfügung stellen. Dies teilte die litauische Präsidialkanzlei nach einem Telefonat der Präsidenten der drei Staaten mit. „Wir beobachten einen klaren Versuch, die Spannungen in unserer Region zu verschärfen und gleichzeitig eine koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten zu führen. Wir müssen geeint bleiben, unsere Luftverteidigung und unsere Fähigkeiten zur Drohnenabwehr stärken und gemeinsam die NATO-Verbündeten dazu bewegen, der Sicherheit der Ostflanke noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland). In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Staatschefs die Notwendigkeit, die Luftverteidigungskapazitäten der NATO in der Region weiter zu stärken. Dazu gehörten die Stationierung zusätzlicher Drohnenabwehrsysteme und der Übergang von einer reinen Luftraumüberwachung zu einer umfassenden Luftverteidigung. Rutte kritisiert ungleiche Verteilung bei Ukrainehilfen NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die ungleiche Verteilung bei den Ukrainehilfen innerhalb der Allianz kritisiert. Viele Länder unter den 32 Nato-Staaten gäben „nicht genug für die Unterstützung der Ukraine aus“, sagte Rutte bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz Revinge im Süden Schwedens am Donnerstag. Es gebe nur „eine begrenzte Anzahl von Ländern“, die in dieser Hinsicht „wirklich über sich hinauswachsen“, betonte er. Als positive Beispiele nannte der Nato-Generalsekretär unter anderem Deutschland, die Niederlande und Schweden. Die NATO-Außenminister kommen am Donnerstagabend zu einem zweitägigen Treffen im schwedischen Helsingborg zusammen, um den Nato-Gipfel Anfang Juli in Ankara vorzubereiten. Die Beratungen sollen sich auch darum drehen, wie die Nato-Länder die Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Angriffskrieg weiter unterstützen können.Russland weist Bericht über militärische Ausbildung in China zurück Der Kreml weist eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters als falsch zurück, wonach die chinesische Armee Ende vergangenen Jahres heimlich rund 200 russische Soldaten in China ausgebildet habe. Einige dieser Soldaten sollen später in der Ukraine gekämpft haben. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt, in Europa und den USA würden viele Falschinformationen veröffentlicht, die man mit Vorsicht genießen müsse. Dem Bericht liegt ein russisch-chinesisches Abkommen vom Juli 2025 zugrunde, das auch die Ausbildung Hunderter chinesischer Soldaten in Russland vorsieht. China bezeichnet sich im Ukraine-Konflikt als neutral und tritt als Friedensvermittler auf. Tote und Verletzte in RusslandBei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben zwei Menschen in der Stadt Sysran an der Wolga getötet worden. Es gebe auch Verletzte, schrieb der Gouverneur des Gebiets Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, bei Telegram, nannte aber keine Zahlen. Weder zu Schäden noch zu genauen Orten machte er Angaben.Die Stadt war schon mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe, dort gibt es eine Ölraffinerie. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Medien einen ukrainischen Angriff auf die Raffinerie. Er danke den Drohnen- und Spezialeinheiten für ihre Treffsicherheit, schrieb er. Dazu veröffentlichte er einen Zusammenschnitt von Videos, die die brennende Raffinerie zeigen sollen. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die das Feuer zeigen sollen.Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa warf Selenskyj Zynismus vor. Er prahle zynisch mit Angriffen vor seinen ausländischen Unterstützern, denen sie wiederum direkte Hilfe bei den „Terroranschlägen“ in Russland vorwarf. Selenskyj verfolge einen Kurs der weiteren Eskalation, sagte Sacharowa. Drohne in lettischen Luftraum eingedrungenLettlands Militär meldet einen weiteren Drohnenzwischenfall. Mindestens eine Drohne sei im Luftraum des Landes unterwegs, teilen die Streitkräfte auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten weitreichende Drohnenangriffe auf Russland verstärkt. Dabei gerieten mehrere der unbemannten Fluggeräte auch in den Luftraum der Nato-Staaten Lettland, Estland, Litauen und Finnland. In Lettland löste der Umgang mit solchen Eintritten einen politischen Streit aus, der zum Rücktritt der Regierung führte. Gespräche zur Ernennung eines neuen Kabinetts laufen noch. Litauens Präsident nennt Luftalarm „wichtige Lektion“Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat den durch eine mutmaßliche Drohnenbedrohung ausgelösten Luftalarm in der Hauptstadt Vilnius als „wichtige Lektion“ für Bürger und Institutionen im Umgang mit Sicherheitsrisiken bezeichnet. „Wir müssen sie uns gut einprägen“, sagte das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und Nato-Landes dem litauischen Fernsehen. Nauseda rief die Bevölkerung dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und verantwortungsbewusst zu handeln. Grund zur Überreaktion und Panik bestehe aber nicht. Nach Angaben von Nauseda hat das Warnsystem nach dem Drohnenalarm wie vorgesehen funktioniert. Allerdings habe es Unstimmigkeiten in der Reaktion verschiedener Institutionen gegeben habe. Auch seien manche Notunterkünfte unzugänglich gewesen. Daraus müssten Schlussfolgerungen gezogen werde, sagte der litauische Staatschef. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu weiteren Drohnenvorfällen komme, steige und bleibe auch künftig hoch.Tote durch nächtliche DrohnenangriffeBei neuen gegenseitigen Angriffen sind in Russland und der Ukraine in der Nacht Behördenangaben zufolge mehrere Menschen getötet worden. In der russischen Stadt Sysran in der Wolga-Region Samara kamen dem dortigen Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew zufolge zwei Menschen bei einem Drohnenangriff ums Leben. In der rund 1000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernten Stadt befindet sich eine große Ölraffinerie, die bereits mehrfach von der Ukraine attackiert wurde. In der russischen Grenzregion Belgorod wurden den Angaben zufolge zudem drei Menschen bei Drohnenangriffen verletzt. In der Ukraine meldeten die Rettungsdienste zwei Tote sowie mehrere Verletzte nach russischen Angriffen auf die Regionen Tschernihiw und Dnipropetrowsk. Sebastian GubernatorMerz setzt sich für EU-Sonderstatus der Ukraine einFriedrich Merz (CDU) will der Ukraine einen Sonderstatus als „assoziiertes Mitglied“ der EU anbieten. In einem Brief an die EU-Spitzen plädiert der Bundeskanzler dafür, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes in allen Themenbereichen zu öffnen, wie F.A.Z.-Korrespondent Thomas Gutschker berichtet.Sorge vor russischer Offensive: Ukraine verstärkt Truppen im NordenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Verstärkung der Streitkräfte in der Richtung Tschernihiw-Kiew im Norden des Landes angekündigt. Erkenntnisse der Geheimdienste über Russlands Pläne für Offensivoperationen dort seien analysiert worden, schrieb er in sozialen Medien nach einem Stabstreffen. Die Ukraine bereite Reaktionen auf jedes mögliche Szenario von Aktionen Russlands vor. Er habe auch das Außenministerium beauftragt, zusätzlichen diplomatischen Einfluss auf Belarus vorzubereiten.Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen. Moskau wolle von belarussischem Boden aus in Richtung Tschernihiw-Kiew marschieren oder sogar eins der mit Belarus benachbarten NATO-Länder angreifen, behauptete er etwa Ende vergangener Woche. Er berief sich dabei auf Geheimdienstinformationen und nannte keine Details. Belarus gilt als Russlands engster Verbündeter. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch von belarussischem Gebiet in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Prokopenko erinnert an Schicksal von Gefangenen Der Kommandeur des 1. Korps Asow, Denis Prokopenko, hat in sozialen Medien an das Schicksal der zahlreichen ukrainischen Kriegsgefangenen erinnert, die seit mehreren Jahren in Russland gefangen gehalten werden. Er selbst wurde bei der Eroberung Mariupols zunächst gefangengenommen, kam später aber durch einen Austausch frei. Irankrieg: Großbritannien lockert Sanktionen auf russisches ÖlUnter dem durch den Irankrieg entstandenen Energiepreisdruck lockert Großbritannien die Sanktionen auf russisches Öl. Die britische Regierung erlaubt auf unbestimmte Zeit den Import von Flugzeugtreibstoff und Diesel, der in Drittländern aus russischem Öl raffiniert wurde. Die Maßnahme soll Regierungsangaben zufolge stetig überprüft werden.Premierminister Keir Starmer sagte am Mittag im Parlament, die Maßnahme sei Teil eines „starken, neuen Sanktionspaketes" – und deshalb in seinen Augen keine Lockerung. Es gehe „keineswegs darum, bestehende Sanktionen aufzuheben“, die Regierung werde weiterhin mit den Verbündeten an weiteren Paketen arbeiten, sagte Starmer.Oppositionsführerin Kemi Badenoch übte deutliche Kritik. Sie sagte, es sei „wahnsinnig“, die Sanktionen aufzuweichen. Badenoch kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Regierung den eigenen Abbau von Ressourcen in der Nordsee nicht ausbaue. Sie warf Starmer vor, dass dieser lieber „schmutziges russisches Öl kaufe“. Drohnenangriff auf Raffinerie in KstowoDie ukrainische Armee hat ihre Serie von Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie fortgesetzt und in der Nacht die große Raffinerie von Kstowo an der Wolga attackiert. Wie üblich bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, den Angriff nur teilweise: „Herabstürzende Trümmer haben Schäden mit einem anschließenden Feuer an zwei Industrieobjekten im Kreis Kstowo verursacht“, teilte er bei Telegram mit. Russische und ukrainische Telegramkanäle übernahmen Videos von Augenzeugen, die einen Brand in der Raffinerie zeigen sollen. Der Kiewer Generalstab bestätigte in sozialen Medien einen Angriff auf die Raffinerie und sprach auch von weiteren Attacken. Die Raffinerie von Kstowo gehört dem zweitgrößten russischen Ölkonzern Lukoil und zählt zu den zehn größten des Landes. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Selenskyj will sich mit Merz, Macron und Starmer beraten | FAZ
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